Donald Trump ist aktuell nicht nur mit den Feiern zu seinem 80. Geburtstag und dem 250. Jubiläum der USA beschäftigt, sondern natürlich auch mit der Fußball-WM der Männer, die zu großen Teilen im eigenen Land stattfindet. Mitten in diese Zeit fällt aber eine Enthüllung der ganz anderen Art, die sich um das Trump-Smartphone – T1 Phone genannt – dreht. Das Gerät wurde bereits im vergangenen Jahr angekündigt und lässt teilweise immer noch auf sich warten.
Inzwischen wurden aber erste Testgeräte ausgeliefert, sodass sich einige Presseleute und ausgesuchte Vorbestellerinnen und Vorbesteller ein Bild von dem T1 Phone machen konnten. Dieses sollte ursprünglich mit einem großen Versprechen auf den Markt kommen, denn das Gerät sollte komplett „Made in USA“ sein. Expertinnen und Experten hatten diesbezüglich direkt Zweifel, die sich anschließend bestätigten.
99 Prozent China statt 100 Prozent „Made in USA“
Aus „Made in USA“ wurde irgendwann nur noch „American-Proud Design“. Dazu heißt es auf der Website: „Das T1 Phone ist nicht nur leistungsstark, es ist auch das Ergebnis amerikanischer Innovationskraft. Mit Unterstützung amerikanischer Teams, die das Design und die Qualität mitgestalten, legen wir großen Wert darauf, ein Gerät zu liefern, das mit Sorgfalt und Präzision gefertigt wurde.“
Dass US-amerikanische Teams das Design „mitgestalten“, ist dann doch ein ganzes Stück von einem Smartphone entfernt, das komplett in den USA gefertigt wird. Und auch bei dem sehr abgeschwächten Slogan ist aktuell die Frage, inwiefern das T1 Phone das einhalten kann. Denn wie jetzt festgestellt wurde, handelt es sich eigentlich nur um eine etwas umgestaltete Version des HTC U24 Pro.

T1 Phone ist quasi baugleich mit chinesischem Mittelklasse-Smartphone
Das berichten zumindest die Expertinnen und Experten des Reparaturportals iFixit. Das Team hat ein T1 Phone komplett in seine Einzelteile zerlegt. Dabei kam heraus, dass es sich um das identische Gerät handelt, nur mit Goldlack und minimalen optischen Anpassungen. Das war bereits vorab mit Blick auf die Optik des T1 Phone vermutet worden.
Und schon ein CT-Scan des Smartphones offenbarte ein nahezu baugleiches Innenleben. Das bezieht sich auf wesentliche Komponenten wie die Hauptplatine, aber etwa auch auf die Positionierung der Schrauben. Beim Display und der Kamera hat sich das Team hinter dem T1 Phone offenbar ebenfalls detailliert an dem chinesischen Mittelklasse-Smartphone aus dem Jahr 2024 orientiert.
Minimale Unterschiede zwischen dem T1 Phone und dem HTC U24 Pro
Die wenigen Unterschiede sind kaum nennenswert. Bei den Bauteilen geht es vor allem um den Akku. Dieser bietet zwar eine erhöhte Kapazität, dafür aber auch nur eine halbierte Ladeleistung. Darüber hinaus hat man beim Design bei den Lautsprechergittern auf runde Löcher statt auf längliche Schlitze gesetzt.
Zudem wurde das Blitzmodul auf der Rückseite minimal verschoben und sitzt jetzt, zusammen mit den Objektiven, auf einem zusammengefassten Kamera-Buckel. Beim HTC U24 Pro sind die drei Objektive in zwei Fassungen aufgeteilt.

499 Dollar für ein zwei Jahre altes Smartphone
Im Netz regnet es entsprechend Häme für die angepriesene „amerikanische Innovationskraft“. Die Expertinnen und Experten von iFixit vermuten mit Blick auf den ursprünglich ergänzenden Slogan „Proudly Assembled in the USA“, dass nur wenige Komponenten wie der Akku überhaupt in den USA eingebaut werden und das ansonsten einfach das komplette Gerät aus China importiert wird.
Inzwischen findet man den Slogan auf der Website auch nicht mehr. Dort steht jetzt nur noch der Absatz über das „American-Proud Design“. Viele stellen sich nun die Frage, warum sie 499 Dollar für ein zwei Jahre altes Handy bezahlen sollten, zumal das „Original“ in ähnlichen Preisregionen zu haben ist.
Mit dem T1 Phone bekommt man immerhin eine goldene Version mit etwas mehr Akku-Kapazität. Spott gab es allerdings auch in Bezug auf die US-Flagge auf der Rückseite, die nur 11 statt 13 Balken hat. Dazu ist die Trump-App Truth Social vorinstalliert.

