Spott und Kritik zum Start: Goldenes Trump-Smartphone soll endlich ausgeliefert werden

Monatelanges Warten, widersprüchliche Angaben und Design-Pannen: Das Trump-Smartphone T1 wird endlich testweise an erste Kunden und Medienvertreter geschickt. Die technische Ausstattung und vor allem die Fertigung werfen allerdings viele Fragen auf.
Spott und Kritik zum Start: Goldenes Trump-Smartphone soll endlich ausgeliefert werden
Trump Mobile

Es ist golden, kostet 499 Dollar und die Trump-Plattform Truth Social ist vorinstalliert – die Rede ist vom neuen T1 Phone. Das Trump-Smartphone wurde von Donald Trump Junior und seinem Bruder Eric bereits im Juni des vergangenen Jahres angekündigt, vorgestellt und in den höchsten Tönen angepriesen. Damals war von einer Auslieferung im August 2025 die Rede, jetzt ist es endlich da.

Erste Testgeräte werden zurzeit an Medienvertreterinnen und -vertreter verschickt, genauso wie an Kundinnen und Kunden, die damals ein Gerät vorbestellt haben. Das Versprechen vor einem Jahr war groß. Das Trump-Smartphone sollte nämlich nicht weniger als das erste Smartphone sein, das komplett den Standard „Made in USA“ erfüllt.

Dazu gibt es außerdem einen eigenen Mobilfunktarif von Trump Mobile, einem neuen Anbieter, der damals bei der Vorbestellung unter dem Namen „47 Plan“ vermarktet wurde (in Anlehnung daran, dass Donald Trump der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist). Von dem großen Versprechen ist am Ende nicht allzu viel übrig geblieben – trotz der ersten Auslieferungen ist auch immer noch nicht sicher, dass das Trump-Smartphone überhaupt auf den Markt kommen wird.

Anzeige

Außer dem Preis und der Farbe hat sich nahezu alles verändert

Die ersten Testvideos und Berichte zeigen ein Smartphone, das tatsächlich golden ist. Auch der Preis liegt noch wie bei der Ankündigung bei 499 Dollar, was umgerechnet etwa 425 Euro entspricht. Ansonsten hat sich aber nahezu alles verändert, vom Fertigungsversprechen über die technischen Daten bis hin zur Optik des Geräts und natürlich auch dem Release.

Dieser ist immer noch unklar. Die Testgeräte kommen nun allerdings neun Monate, nachdem das Trump-Smartphone eigentlich offiziell auf den Markt kommen sollte. Auf Anrufe und E-Mails – sowohl von Medien als auch von Kundinnen und Kunden, die bereits Geld für das Gerät bezahlt hatten – wurde Berichten zufolge seitdem nicht reagiert.

Anzeige
Reporter hält das goldene Trump-Smartphone T1 in der Hand und zeigt die Rückseite
YouTube / @NBC News

Was steckt im Trump-Smartphone T1 wirklich drin?

Das Gerät kommt laut Website von Trump Mobile, auf der ansonsten im Übrigen Renewed-Geräte von Apple und Samsung verkauft werden, mit einem internen Speicher von 512 GB und verfügt – im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Smartphones – über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Beim Display soll es sich um einen 6,78 Zoll großen AMOLED-Bildschirm handeln, der 120 Hz bietet.

Die Akkukapazität ist mit 5000 mAh angegeben, während die Hauptkamera 50 MP bieten soll. Dazu gesellen sich ein 8-MP-Weitwinkel- und ein 50-MP-Teleobjektiv. Die Frontkamera soll ebenfalls über 50 MP verfügen. Zeigte das ursprüngliche Design noch eine Kameraanordnung im Dreieck, so sitzen die Objektive nun auf den neuen Abbildungen und auch auf den Videos der Testgeräte in einer Reihe übereinander.

Ab Werk soll das Gerät zudem mit Android ausgeliefert werden. Donald Trumps eigene Social-Media-Plattform Truth Social ist als eine von wenigen Apps vorinstalliert.

Auch interessant: Erste Dates mit Donald Trump: Das dachte Melania wirklich über ihren Altersunterschied

Wiederholt gab es widersprüchliche Angaben zum T1 Phone

Auf der Rückseite ist nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, der Name des Trump-Smartphones „T1“ über einer US-amerikanischen Flagge eingraviert. Lediglich die Flagge gibt es nach wie vor. Allerdings sorgte ein Detail für Spott in den sozialen Medien: Es gibt nur elf statt der eigentlich richtigen 13 Streifen.

Die Streifen stehen wiederum für die 13 Gründungsstaaten der USA. Darunter prangt der Schriftzug „Trump Mobile“, sodass einige scherzen, dass das Unternehmen den 12. und 13. Streifen ersetzen und sich so in die Gründungsgeschichte der USA einschreiben wolle.

Sowohl die technischen Angaben als auch das Design des Trump-Smartphones sind nach wie vor mit Vorsicht zu behandeln. Auf der offiziellen Website gab es bereits mehrfach Anpassungen, die zum Teil offensichtlich fehlerhaft waren. So war zwischenzeitlich unter anderem von einer Kameraleistung von 5000 mAh die Rede – eine Angabe, die offensichtlich eigentlich dem Akku vorbehalten ist.

Trump-Smartphone T1 ist nicht mehr „Made in USA“

Ein zentrales Versprechen in der Präsentation der Trump-Brüder war damals, dass das Trump-Smartphone komplett in den Vereinigten Staaten von Amerika gefertigt werden würde. Um sich das Label „Made in USA“ offiziell zu verdienen, müssen allerdings auch die einzelnen Bauteile aus den USA stammen.

Expertinnen und Experten hatten direkt Alarm geschlagen, da das zum damaligen und auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist. Zu viele wichtige und leistungsstarke Komponenten werden vorrangig in Asien – vor allem in China und Südkorea – hergestellt.

Bereits kurz nach der Ankündigung ist der Zusatz „Made in USA“ auf der offiziellen Website verschwunden. Inzwischen steht dort der Slogan „American Proud Design“. Auf der Verpackung soll sich zudem der Schriftzug „Proudly Assembled in the USA“ befinden. Das würde bedeuten, dass lediglich die wesentliche Montage in den USA stattfinden würde, nicht jedoch die Fertigung der Bauteile.