Jeder wurde schon einmal von einer unbekannten Nummer angerufen. Dahinter kann alles mögliche stecken, allzu oft handelt es sich allerdings um eine Form des Telefonbetrugs. Das reicht von betrügerischer Werbung, die die Opfer in ungünstige Verträge locken soll, bis zu gefakten Schockanrufen, bei denen vorgetäuscht wird, dass ein Familienmitglied in Gefahr ist. Zunehmend wird aber auch vor sogenannten „stillen Anrufen“ gewarnt.
Dabei geht es darum, dass man bei einem Anruf abhebt, dann aber am anderen Ende der Leitung nichts zu hören ist. Dahinter steckt kein Defekt in der Leitung, sondern eine ausgeklügelte Betrugsmasche. Denn aus Reflex dürften in so einem Fall viele mit einer üblichen Floskel ans Telefon gehen, bei der man „Hallo“ und seinen Namen sagt. Ist dann nichts zu hören, haken die meisten sicherlich nach, um sich zu vergewissern, wer da in der Leitung ist, bis dann plötzlich aufgelegt wird oder man selbst auflegt. Ist das der Fall, dann warnt man am besten sofort seine Bekannten und Angehörigen.

„Stille Anrufe“ haben es auf die Stimmen ihrer Opfer angesehen
Denn bei diesen „stillen Anrufen“ handelt es sich um einen organisierten Telefonbetrug. Im besten Fall landet man „nur“ auf einer Liste und muss mit weiteren Betrugsversuchen rechnen. Der erste Anruf dienste dann quasi zur Validierung, ob es sich um eine aktuelle Nummer handelt, bei der potenziell jemand abhebt. Im schlimmsten Fall bringt man allerdings sich selbst und auch weitere Personen in seinem Umfeld in Gefahr, denn die Betrügerinnen und Betrüger haben es vor allem auf eines abgesehen: die Stimmen ihrer Opfer.
Für eine KI-Software reicht nämlich mitunter schon ein kurzes Stimmmuster. Anschließend kann die Software einen Stimmklon erschaffen, mit dem dann wiederum weitere Anrufe getätigt werden. Inzwischen mehren sich die Berichte von Opfern, die von einem vermeintlichen Verwandten oder Bekannten angerufen und um – meistens finanzielle – Hilfe gebeten wurden. Diese wirken dann vor allem deshalb so authentisch, weil mit den echten Stimmen angerufen wird, die zuvor per Telefonbetrug abgeschöpft wurden.

Wie man sich bei einem „stillen Anruf“ am besten verhalten sollte
Nun ist es im Vorfeld natürlich schwer, einen solchen betrügerischen Anruf zu identifizieren, bevor man überhaupt abgehoben hat. Deshalb ist generell bei einer unbekannten Nummer Vorsicht angesagt. Am besten prüft man die anrufende Nummer mit einer schnellen Internetsuche, bevor man abhebt, zumal es auch Betrugsmaschen gibt, bei denen der Anruf schnell beendet wird, um die Opfer zu einem Rückruf zu provozieren.
Nimmt man den Anruf dann entgegen und am anderen Ende der Leitung meldet sich nicht schnell eine andere Person, sollte man nicht warten und nachfragen, sondern sofort auflegen. Ein Schweigen ist in so einem Fall nahezu immer ein starkes Warnsignal. Zudem sollte man es vermeiden, „Ja“ zu sagen oder auch seinen Namen zu bestätigen. Am besten geht man also mit einem kurzen und unverbindlichen „Hallo“ ans Telefon, zumindest im Privaten Kontext.
Nach einem verdächtigen „stillen Anruf“ sollte man die Nummer am besten blockieren oder sogar melden. Damit hilft man potenziellem zukünftigen Opfern. Auf keinen Fall sollte man unbekannte und verdächtige Nummern in so einem Fall einfach zurückrufen. Hat man zudem versehentlich mehr gesagt, als man wollte und so ein potenzielles Stimmmuster abgegeben, sollte man auch, wie bereits erwähnt, seine Verwandten und Bekannten gegebenenfalls warnen. Zudem gilt in den kommenden Wochen und Monaten besondere Vorsicht. Oft folgen irgendwann weitere Betrugsversuche über das Telefon, weil die Nummer dann auf einer entsprechenden Liste gelandet ist.
