Stalkerware: So erkennt man, ob der Partner das Smartphone mit Spionage-Apps überwacht

Dank Stalkerware ist es heutzutage möglich, das Smartphone einer anderen Person etwa innerhalb einer Beziehung zu überwachen. Wie erkennt man im Zweifel, ob man selbst betroffen ist?
Stalkerware: So erkennt man, ob der Partner das Smartphone mit Spionage-Apps überwacht
Shutterstock / Mr.B-king

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, heißt es leider in einigen Beziehungen. Da das Smartphone die tägliche Begleitung im Alltag ist, ist es ein oft genutzter Ansatzpunkt, um die Aktivitäten der Partnerin oder des Partners heimlich zu überprüfen oder sogar zu überwachen. Rechtlich ist der Fall klar: Es handelt sich in jedem Fall um eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts und ist entsprechend verboten. Dennoch hielten einer Umfrage aus dem Jahr 2021 zufolge fast jeder Dritte sogenannte Stalkerware in Beziehungen zumindest für akzeptabel.

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Grundsätzlich sind die entsprechenden Anwendungen selbst übrigens nicht verboten, was einen Teil des Problems darstellt. Denn vereinfacht gesagt ist Stalkerware solange legal, wie sie für legale Zwecke genutzt wird. Lediglich Apps, deren einziger und gezielter Einsatzzweck die heimliche Überwachung ist, sind verboten. So erklärt etwa der Medienexperte Prof. Christian Solmecke gegenüber „Techbook“: „Das Bereitstellen von Software, deren einziger oder überwiegender Zweck in der Ausspähung anderer liegt, kann als Beihilfe zu einigen Straftaten gewertet werden“.

Doch dass das Ausspionieren eines Smartphones grundsätzlich illegal ist, hilft den Betroffenen im ersten Schritt wenig. Zunächst geht es darum, erst einmal festzustellen, ob Stalkerware auf dem eigenen Smartphone zum Einsatz kommt. Dafür kann man auf einige Details achten.

Stalkerware: Mann schaut unaufällig über die Schulter einer Frau, als diese ihr Smartphone benutzt
iStock / Giulio Fornasar

Wie man Stalkerware auf dem eigenen Smartphone erkennen kann

Grundsätzlich gilt, dass man Spionage-Apps einfacher entdecken kann, wenn man generell nur wenige Apps auf seinem Gerät installiert hat und deren Funktionsweise genau kennt. Dann kann man in der Auflistung der Apps schnell erkennen, ob darunter eine Anwendung ist, die dort nicht sein sollte. Zudem empfiehlt es sich, vor allem auf die Apps einen genauen Blick zu werfen, die Zugriff auf die Geräteverwaltung haben und damit umfangreiche Rechte auf der jeweiligen Hardware besitzen. Grundsätzlich können sich Spionage-Apps mit harmlosen Namen tarnen. So hat sich beispielsweise die App „mSpy“ auf Android-Geräte hinter dem Namen „Update Service“ versteckt. Darüber hinaus kann man auf mehrere Anzeichen achten:

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  • ein kleiner grüner oder orangefarbener Punkt auf dem Display
  • plötzlich aktives GPS
  • ständig leerer Akku
  • gestiegener Datenverbrauch

Zeigt das Display einen kleinen grünen oder orangefarbenen Punkt an, dann ist das ein klares Indiz dafür, dass eine App auf das Mikrofon oder sogar auf die Kamera des Smartphones zugreift. Auch bei der Hintergrundnutzung der Standortdaten ist ein entsprechender Punkt zu sehen. Sollten sich Funktionen wie das GPS ohne eigenes Zutun plötzlich aktivieren, ist das ebenfalls ein konkreter Hinweis auf Stalkerware. Auch ein ständig leerer Akku kann ein Indiz dafür sein, dass im Hintergrund permanent eine App arbeitet. Ein plötzlich gestiegener Datenverbrauch ohne ersichtlichen Grund sollte ebenfalls hellhörig machen; Details dazu kann man in den Einstellungen seines Geräts nachvollziehen.

Stalkerware: Symbolbild für Smartphone-Überwachung
iStock / metamorworks

Wie man sich vor Spionage-Apps schützen kann und was Betroffene tun können

Um Stalkerware auf einem Gerät installieren zu können, braucht man Zugriff darauf. Der Partner oder die Partnerin kann das Smartphone also nicht einfach so überwachen. Grundsätzlich sollte man deshalb vorsichtig mit der Herausgabe von Passwörtern und PIN sein und sein Smartphone mit einer starken Bildschirmsperre schützen. Wer eine Spionage-App entdeckt, kann diese in der Regel wie jede andere App auch gezielt deinstallieren. Man kann sein Gerät aber auch auf Werkseinstellungen zurücksetzen, nachdem die wichtigsten Daten gesichert wurden.

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Man sollte dabei unbedingt auch den Zugriff auf die eigene Cloud überprüfen, indem man sich beispielsweise genau anschaut, welche Geräte entsprechende Rechte haben. Zudem sollte man seine Hardware stets auch in Sachen Software auf dem neuesten Stand halten. Wer feststellt, dass er von Stalkerware betroffen ist, kann sich Hilfe bei einer Beratungsstelle wie etwa „HateAid“ oder auch dem Hilfetelefon holen. Prof. Christian Solmecke weist zudem auf die Möglichkeit hin, Anzeige zu erstatten. Am besten sichert man dafür entsprechende Beweise per Screenshot zu sichern.