Apple, Microsoft, Google – alle großen Namen der Tech-Branche investieren inzwischen massiv in Künstliche Intelligenz (kurz KI). Dabei geht es zum einen um Funktionen, die die Unternehmen ihren Kundinnen und Kunden bieten. Zum anderen setzen sie aber auch selbst in ihren Arbeitsprozessen offenbar zunehmend auf die Technologie, deren Fortschritte weiterhin deutlich sind.
Das betonte auch der neu ernannte Chef von Microsoft AI, Mustafa Suleyman, unter anderem in einem Gespräch mit der „Financial Times“ (Artikel hinter Bezahlschranke). Dabei prognostiziert der CEO, dass KI innerhalb von 12 bis 18 Monaten in der Lage sei, die allermeisten, in erster Linie in einem Büro anfallenden, Tätigkeiten zu automatisieren. Das würde bedeuten, dass es keine menschlichen Arbeitskräfte mehr brauchen würde.

KI bringt Statistiken zufolge nicht überall Arbeitserleichterungen
Dabei geht es Suleyman offenbar etwa um Aufgaben, die sonst von Rechtsanwältinnen und -anwälten, in der Buchhaltung, dem Projektmanagement oder auch im Marketing anfallen. Aktuelle KI-Modelle würden in entscheidenden Bereichen bei Tätigkeiten wie der Recherche oder der Datenverarbeitung das Niveau menschlicher Fachkompetenz erreichen. Damit könnte KI künftig viele computerbasierte Routineaufgaben komplett übernehmen. Das würde nicht nur für viele den Jobverlust bedeuten, sondern hätte Expertinnen und Experten zufolge auch anderweitige negative Folgen.
Mustafa Suleyman spricht in diesem Kontext von „Artificial General Intelligence“ (AGI), die zudem individuell auf Personen oder Positionen zugeschnitten werden kann. Der Microsoft-AI-Chef geht davon aus, dass schon innerhalb weniger Jahre KI-Agenten die wesentliche Koordination in Unternehmen erledigen können und werden. Suleymans Prognose diesbezüglich lautet: Maßgeschneiderte KI-Lösungen können schon bald so einfach zur Verfügung gestellt werden wie das Erstellen eines Podcasts oder Blogs in den 2010er-Jahren.
Eine solche Vision schwebt Suleyman auch für das eigene Unternehmen vor; er spricht dabei von „KI-Selbstversorgung“. So setzt Microsoft bereits jetzt mit Priorität auf eigene Modelle Künstlicher Intelligenz. So will man offenbar auch die Abhängigkeit von OpenAI verringern.
