Hannes Jaenicke ist nicht nur TV-Star und Grimmepreisträger, sondern auch Umweltaktivist. So nutzt er seine Bekanntheit unter anderem, um auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen, so auch in seiner Doku-Reihe „Im Einsatz für ...“. Diese läuft seit 2008 beim ZDF und Jaenicke berichtet darin über Tiere und Umweltphänomene. Allerdings hat das ZDF nun bekanntgegebenen, dass das Format nach fast 18 Jahren eingestellt werden soll.
Der Moderator kann die Entscheidung nur schwer nachvollziehen und machte seinem Unmut unter anderem in einem Interview mit dem „Berliner Kurier“ am Rande der Veranstaltung „ARD Blue Hour“ Luft. Dabei schoss er unter anderem gegen den Sender ZDF: „Das 'Traumschiff' fährt weiter und meine kleine Sendung wird abgesetzt?“ Das Problem sieht er allerdings auch bei der gesellschaftlichen Relevanz von Klimathemen. Vor allem die junge Generation nimmt er dabei ins Visier.

ZDF und Hannes Jaenicke planen wohl weitere Zusammenarbeit abseits von „Im Einsatz für ...“
So sieht Jaenicke einige aktuelle Trends kritisch, die er unter anderem in Zusammenhang mit Social Media setzt. „Ich denke, das hat mit dem Social-Media-Konsum zu tun und einer absoluten gewissenlosen Verantwortungslosigkeit. Tut mir leid, ich habe leider keine netten Worte dafür“, wird der Moderator zitiert. Die Sozialen Medien würde nicht nur dumm machen, sondern auch dafür sorgen, dass die Menschen nicht mehr nachdenken und ihren „moralischen Kompass“ verlieren. Dadurch würden wichtige Themen wie Tier- und Umweltschutz an Aufmerksamkeit verlieren.
Die Aussagen des ZDF-Moderators haben für Schlagzeilen gesorgt. Im Nachgang ordnete er das Gesagte, so auch den viel zitierten Satz „Lieber Gott, wirf Hirn vom Himmel“, im Gespräch mit „T-Online“ ein. Er sei dem Sender und vor allem seiner Redaktion dankbar, sieht die Absetzung aber vor dem Hintergrund der fortschreitenden Klimakrise kritisch. Zudem weist er noch einmal darauf hin, dass seine Dokumentation mit etwa 200.000 Euro pro Folge (veröffentlicht wurde eine Folge pro Jahr) sehr günstig gewesen sei – so erklärt er auch seinen Seitenhieb gegen das bekannte Format „Das Traumschiff“.
In seinem ersten Statement gegenüber dem „Berliner Kurier“ sagte der ZDF-Moderator unter anderem auch: „Ich glaube, der Leidensdruck muss steigen! Wir kapieren es erst, wenn wir unser Essen vergiften, wenn wir absaufen, wenn Brandenburg völlig austrocknet und wenn die Meeresspiegel weiter ansteigen.“ Zurzeit sei Umweltschutz nun mal nicht „en vogue“, heißt es jetzt. So gesehen verstehe er die Entscheidung des Senders aus wirtschaftlicher Sicht. Das ändere aber an der „eskalierenden Klimakrise“ nichts. Deshalb ärgert sich Jaenicke: „Und genau in so einer Phase verschwindet ein Umweltformat. Das erschließt sich mir nicht.“
