Kinderärztin äußert in TV-Format scharfe Kritik an Friedrich Merz

Clips einer RTL-Sendung gehen aktuell viral, in denen eine Kinderärztin heftig mit Friedrich Merz über die Gesundheitspolitik der Bundesregierung diskutiert. Die Kritik ist dabei recht deutlich formuliert – zu deutlich, findet der Kanzler.
Kinderärztin äußert in TV-Format scharfe Kritik an Friedrich Merz
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich in der Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz” in einer einstündigen Folge den Fragen von vier Bürgerinnen und Bürgern gestellt. Die Sendung ist Teil von RTL Aktuell Spezial, moderiert wurde das Format von Pinar Atalay.

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Die vier ausgewählten Personen kamen mit verschiedenen Schwerpunkten in die Sendung. So sorgt sich der dreifache Familienvater Oliver Bernd vor allem um die Familienpolitik, Unternehmer Matthias Kappis interessierte vor allem die Wirtschaftspolitik, Hannah Clemens, Pfarrerin in Sachsen-Anhalt, macht sich Gedanken um das Miteinander in Deutschland, während Kinderärztin Dr. Maria Bea Merscher besonderes Augenmerk auf die angekündigten Reformen im Gesundheitssystem legt.

Dazu hatte die 39-jährige alleinerziehende Mutter, die zudem auf ihrem Social-Media-Profil mit mehr als 300.000 Followerinnen und Followern über Gesundheitspolitik spricht, auch einiges zu sagen. Im Anschluss an die Sendung gingen Clips viral, in denen es zu einem Wortgefecht zwischen der Kinderärztin und Bundeskanzler Friedrich Merz gekommen ist. Im Netz wird darüber teils heftig diskutiert.

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Friedrich Merz wird in TV-Sendung scharf kritisiert

In der Sendung ging es um zahlreiche Themen wie den Drohnenangriff in Leipzig, die schlechten Umfragewerte der aktuellen Regierung im Allgemeinen sowie des Bundeskanzlers im Besonderen und die wirtschaftlichen Entwicklungen der Bundesrepublik. Mit den Gästen, von denen mit Hannah Clemens und Matthias Kappis zwei aus Sachsen-Anhalt kamen, wurde zudem auch über die Brandmauer zur AfD und Ideen für die Zukunft gesprochen.

Hängen bleiben wird aber vor allem die Debatte zwischen Merscher und Merz. Die Kinderärztin hält dem Bundeskanzler unter anderem vor, zu viel im Gesundheitssystem zu streichen. In ihrem konkreten Vorwurf beziehungsweise der Frage, die jedem Vorstellungsvideo der Gäste anhängt, wird sie deutlich: „Sehr geehrter Herr Merz, warum brechen Sie Ihren Amtseid, den Nutzen des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden, und erlassen solche menschenverachtenden, zerstörerischen Gesetze wie das GKV-Spargesetz?“

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Dem entgegnet Merz, dass das über das „normale Maß an Kritik“ hinausgehe. „Sie können sagen, dass Sie mit dem, was wir machen, nicht einverstanden sind, okay. Aber Sie unterstellen uns ja eine gezielte und vorsätzliche Zerstörung unseres Gesundheitssystems.“ Der Bundeskanzler sagt, dass er bereit sei, Kritik in der Sache anzunehmen, allerdings sei es „ziemlich harter Tobak“, ihm einen vorsätzlichen Bruch seines Amtseides vorzuwerfen – und das weise er entschieden zurück.

Gäste der TV-Sendung „Am Tisch mit Merz“
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Kinderärztin kritisiert: „Wieso misstrauen Sie der Bevölkerung?“

Merz sagt dazu ganz klar: „Das geht zu weit.“ Dem entgegnet Dr. Maria Bea Merscher: „Das, was Sie im Gesundheitssystem tun, Herr Merz, geht auch zu weit.“ Sie sei an einem Punkt, an dem sie das Leid der Menschen sehe und nennt anschließend als konkrete Kritik die AU-Bescheinigung am ersten Krankheitstag, einen der wohl am meisten diskutierten Aspekte der Gesundheitsreform.

Was unterstellen Sie damit den Menschen? Dass sie blaumachen, krankfeiern, dass wir Simulanten sind?“ Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, auf die sich auch die Kinderärztin bezieht, haben ergeben, dass diese Regelung zu einem Plus von 30 Millionen Patientenkontakten führen wird. Das belaste ein System, das zudem ohnehin durch die Pläne weiter gedeckelt würde, während es keinen Nachweis gebe, dass mit den Krankschreibungen überhaupt Missbrauch betrieben werde.

Aus ihrer persönlichen Erfahrung könne sie eher berichten, dass sich Menschen lieber krank zur Arbeit schleppten als blau zu machen. „Wieso misstrauen Sie der Bevölkerung und kürzen bei den Schwächsten?“ Dem setzt Merz entgegen, dass seine Regierung in weiten Teilen lediglich den Status quo von vor der Coronazeit wiederherstellen würde. Zudem widerspricht er den Ausführungen der Kinderärztin, dass nur bei den Patientinnen und Patienten gekürzt werde. Stattdessen habe die Bundesregierung alle Beteiligten am Gesundheitswesen mitbelastet und in diesem Zuge „aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“.

Diskussion geht im Netz viral

Im Netz gingen zahlreiche verschiedene Ausschnitte dieses Teils des Gesprächs viral. Viele stellen sich dabei auf die Seite von Dr. Maria Bea Merscher. Kommentare wie „Diese Frau hat so recht“ oder „Großen Respekt dafür, wie sie beim Bundeskanzler dagegenhält“ findet man zuhauf. Viele werfen Merz zudem vor, viel zu beleidigt zu reagieren – eine Kritik, die dem Bundeskanzler nicht zum ersten Mal begegnet.

Es gibt aber auch einige Gegenstimmen, die ebenfalls finden, dass die Kinderärztin in ihrer Kritik zu persönlich werde und zu weit gehe. Ein viel gelikter Kommentar zielt aber noch auf einen anderen Aspekt der Debatte ab: „Liebe Menschen, dass eine Person in aller Öffentlichkeit so über unseren Bundeskanzler sprechen kann und ihm dabei in die Augen schaut, das ist Demokratie. Schützt diese.“