Was ist der Unterschied zwischen einem Blackout und einem Stromausfall?

Die Begriffe Stromausfall und Blackout werden oft synonym verwendet. Es gibt allerdings wesentliche Unterschiede, die in einer echten Notsituation entscheidend sein können.
Was ist der Unterschied zwischen einem Blackout und einem Stromausfall?
iStock / Evgen_Prozhyrko
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Übersetzt man den englischen Begriff Blackout ins Deutsche, dann bedeutet er so viel wie Stromausfall. Deshalb werden die beiden Worte und ihre Bedeutung im Deutschen oft gleichgesetzt, obwohl das im Detail nicht ganz stimmt. Zwar bezeichnen beide das Fehlen von Strom. Es gibt allerdings wichtige Unterschiede in der Abstufung.

Ein Stromausfall ist das plötzliche und unplanmäßige Fehlen von Strom aufgrund einer Störung im Stromnetz. Ein Blackout ist wiederum gewissermaßen eine Steigerung davon, sowohl was die betroffene Fläche als auch die Dauer angeht. Dabei kann ein Blackout per Definition ganze Länder oder sogar Kontinente betreffen und mehrere Tage oder sogar Wochen andauern.

Die Bundesnetzagentur schreibt dazu: „Ein Blackout ist ein unkontrollierter und unvorhergesehener Ausfall, bei dem mindestens größere Teile des europäischen Stromnetzes ausfallen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn in einer angespannten Verbrauchs- und Erzeugungssituation zusätzlich schwere Fehler an neuralgischen Stellen des Netzes auftreten.“

Stromausfall in Manhattan an der 5th Avenue
iStock / Olga Kaya

Warum die Unterscheidung zwischen Stromausfall und Blackout wichtig sein kann

Während ein Stromausfall – wie auch die jüngere Vergangenheit gezeigt hat – durchaus vorkommen kann, sind echte Blackouts eher unwahrscheinlich. So handelte es sich etwa bei dem Vorfall in Paris oder auch auf der Iberischen Halbinsel im April 2025 um Stromausfälle. Letztere hatten ein ungewöhnlich großes Ausmaß und hielten teilweise mehr als 12 Stunden an. Dennoch handelte es sich nicht um echte Blackouts.

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Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Begriffen kann im Ernstfall entscheidend sein. Zwar hat auch ein Stromausfall seine Gefahren. Die kritischen Infrastrukturen sind in diesen Fällen allerdings gesichert und eine baldige Lösung scheint in Sicht. Bei Blackouts sieht das hingegen anders aus. Für solche Fälle hat die Bundesregierung im Übrigen einen eigenen Katastrophenratgeber veröffentlicht.

Als Blackout gilt beispielsweise der flächendeckende Zusammenbruch des Stromnetzes in Kanada und den USA im Jahr 2003. Damals führten eine fehlerhafte Verbindung zwischen zwei Kraftwerken in Ohio sowie ein Fehler im Schutzsystem dazu, dass mehr als 50 Millionen Menschen teilweise für fast zwei Tage ohne Strom auskommen mussten. Das brachte weite Teile des öffentlichen Lebens auch in Städten wie New York zum Erliegen. Als längster Blackout der Geschichte gilt hingegen das Fehlen von Strom über fünf Monate im Jahr 1977 in Ägypten.

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