Trotz aktueller Kälte: Experten warnen vor extremem Hitzesommer

Die aktuellen Witterungsbedingungen könnten schon die Grundlage für den Sommer legen. Im Hinblick darauf deutet sich Experten zufolge trotz der momentanen Kälte ein extremer Hitzesommer an.
Trotz aktueller Kälte: Experten warnen vor extremem Hitzesommer
Heavy snowfall on a country road. Driving on it becomes dangerous …

Aktuell hält der Winter weite Teile des Landes in festem Griff. Der Januar könnte damit einer der kältesten des vergangenen Jahrzehnts werden, was sich unter anderem an Schneefall und Dauerglatteis auf den Straßen bemerkbar macht. Niederschlag im Winter kann potenziell schnell gefährlich werden – sein Fehlen kann allerdings Auswirkungen an ganz anderer Stelle haben, nämlich im Sommer. Davor warnen jetzt auch erste Meteorologinnen und Meteorologen.

Denn der Niederschlag im Winter ist enorm wichtig für den Grundwasserspiegel. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in diesem Zusammenhang bereits vor einem „Niederschlagsdefizit“ mit Blick auf die aktuellen Gegebenheiten. Dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung zufolge ist der aktuelle Winter auf dem besten Weg in die Top 10 der trockensten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881.

Das deuten auch Karten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung an, die speziell die Feuchtigkeit der Böden abbilden. Ein Blick auf diese Bodenkarten zeigt Zustände, die eher an Hochsommer als an tiefsten Winter erinnern. Das liegt auch an einem Defizit aus den vergangenen Monaten, die nicht so niederschlagsreich waren, wie eigentlich nötig wäre. Und der aktuelle Winter tut niederschlagstechnisch wenig, um das Wasserdefizit auszugleichen. Die Folgen könnten heftig ausfallen.

Winterwetter beeinflusst Sommer: Spaziergängerin im Winter
picture alliance

Trockenheit im Winter kann Rückkopplungseffekt im Sommer hervorrufen

Denn die jetzige Trockenheit erhöht die Wahrscheinlichkeit auf einen Hitzesommer enorm. Die im Boden gespeicherte Feuchtigkeit hat im Sommer eine kühlende Wirkung, bis es verdunstet. Auch der DWD erklärt auf „T-Online“-Anfrage: „Fest steht, dass sich bei Hochdruckwetter im Frühjahr und Sommer ein trockener Boden viel schneller erwärmen kann als ein feuchter.“ Daraus kann ein sich selbst potenzierender Effekt entstehen. Weniger Feuchtigkeit führt zu höheren Temperaturen, was wiederum den generellen Wasserbedarf der Atmosphäre steigert.

Wärmere Luft kann auch mehr Feuchtigkeit aufnehmen, was zusätzlich Feuchtigkeit entzieht. Zudem bedeutet weniger Feuchtigkeit auch weniger Verdunstung, was die Wolkenbildung erschwert und wiederum zu mehr Sonnenschein und noch höheren Temperaturen führt. „Solche Rückkopplungen waren ein wesentlicher Faktor bei extremen Hitzesommern in den vergangenen Jahrzehnten“, erklärt Meteorologe Jung gegenüber dem Portal. Und auch eine uralte Bauernregel nimmt auf diese Beobachtungen Bezug.

Für eine genaue Wetterprognose für den Sommer 2026 ist es natürlich noch viel zu früh und der Experte betont zudem, dass kein zwingender Zusammenhang mit einem Hitzesommer bestehen müsse. Zudem könnten die aktuellen Gegebenheiten immer noch durch ausreichend Niederschlag ausgeglichen werden. Entscheidend dafür dürfte allerdings nicht der Winter, sondern vor allem die Wetterlage im Frühling sein. Allerdings sei „die Ausgangslage ist so schlecht wie selten“.