Neue Analyse zeigt: Klimawandel macht Hitzewelle bis zu 4 Grad heißer

Das Argument ‚Früher war es auch schon heiß‘ verliert zunehmend an Gewicht. Eine neue Analyse von ClimaMeter belegt: Unter gleichen Bedingungen sind Hitzewellen heute deutlich extremer. Woran liegt das?
Neue Analyse zeigt: Klimawandel macht Hitzewelle bis zu 4 Grad heißer
iStock / da-kuk

Deutschland hat eine Hitzewelle hinter sich und die nächste könnte bereits im Anmarsch sein. Dabei wurden schon im Juni in mehreren europäischen Ländern Temperaturrekorde geknackt. Expertinnen und Experten machen auch den menschengemachten Klimawandel für die höheren Temperaturen verantwortlich.

Dabei seien nicht die Wetterbedingungen an sich ungewöhnlich – wie heftig diese ausfallen, hingegen schon, erklärt Davide Faranda von dem Projekt ClimaMeter gegenüber der dpa. Bei ClimaMeter handelt es sich um eine wissenschaftliche Plattform zur Untersuchung extremer Wetterereignisse. Eine Analyse des Projekts lieferte nun genauere Daten.

Die Erde heizt sich wegen des Klimawandels immer weiter auf

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen dafür Temperaturen und Zirkulationsmuster vom 22. Juni. Die Auswertung zeigte, dass die Temperaturen circa 2 bis 4 Grad höher waren – bei gleichen beziehungsweise ähnlichen meteorologischen Bedingungen.

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Das liegt an den Treibhausgasemissionen, die dafür sorgen, dass die Atmosphäre mehr Wärme speichert. Die Temperaturen beeinflussen wiederum andere Dinge wie etwa Luftströmungen. Das führt wiederum dazu, dass Hochdruckgebiete, wie auch bei der Hitzewelle im Juni, länger bestehen bleiben, wodurch sich die Erde weiter aufheizt.

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Wahrscheinlichkeit für Temperaturen um die 40 Grad steigt

Trotzdem hört man immer wieder Aussagen wie „Früher waren die Sommer auch schon heiß“. Das stimmt, aber wie auch die aktuelle Analyse zeigt, führen gleiche Bedingungen aufgrund des Klimawandels heute zu mehr Hitze als früher. Um generelle Trends beobachten zu können, greift zudem der Vergleich einzelner Ereignisse wie etwa mit dem Hitze-Sommer 1976 zu kurz.

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Stattdessen muss man die Entwicklungen über längere Zeiträume hinweg beobachten. Und dabei zeigt sich, dass im Jahr 1983 überhaupt zum allerersten Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen die 40-Grad-Marke in Deutschland geknackt wurde. Das kam in den vergangenen Jahren jedoch gehäuft vor – seit 2015 ganze vier Mal – und dieses Jahr das erste Mal bereits in einem Juni.

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Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen nehmen zu

Eine weitere Folge dieser Entwicklungen ist die Zunahme von Extremwetterereignissen. Dazu gehören neben der Hitze selbst beispielsweise Dürren, Starkregen und davon abgeleitet Katastrophen wie Waldbrände und Überschwemmungen. Durch die wärmeren Temperaturen speichert die Luft nämlich mehr Feuchtigkeit und es kommt generell zu mehr Verdunstungseffekten.

Das begünstigt heftige Niederschläge auf der einen und trockene Böden auf der anderen Seite. Auch Extremwetterereignisse hat es selbstverständlich früher bereits gegeben. Allerdings sprechen Analysen auch hier eine deutliche Sprache: Sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität nehmen aufgrund des Klimawandels immer weiter zu.