Hitzewellen und Preisschock: Was ein El Niño für die Welt bedeutet

Hitze, Dürre, Starkregen: Die WMO prognostiziert einen starken El Niño, der 2026 und auch 2027 Auswirkungen auf die ganze Welt haben könnte. Wie genau betrifft das auch Europa?
Hitzewellen und Preisschock: Was ein El Niño für die Welt bedeutet
Shutterstock / Suthin _Saenontad

Die Weltwetterorganisation (WMO) hat mit Blick auf die kommenden Wochen vor Hitzewellen und anderen Extremwetterlagen gewarnt. Grund dafür ist ein Klimaphänomen namens El Niño, das nicht nur für einen Hitzesommer 2026 sorgen könnte. Auch mit Blick auf das Jahr 2027 und sogar darüber hinaus wird es relevant.

So kommt es zu einem El Niño

Für den Sommer 2026, also von Juni bis August, prognostiziert unter anderem die UN-Behörde überdurchschnittliche Temperaturen für einen Großteil der Welt. „Wir müssen uns auf ein potenziell starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten, das Dürren und schwere Regenfälle verschärfen und das Risiko von Hitzewellen an Land und im Meer erhöhen wird“, erklärt etwa WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.

Bei El Niño handelt es sich um ein natürliches Klimaphänomen, bei dem sich das Meerwasser bei Südamerika deutlich erwärmt. Das bringt wiederum global gesehen die Wind- und Wettermuster durcheinander, weil das warme Oberflächenwasser nicht mehr Richtung Australien und Indonesien, sondern zurück Richtung Osten geschoben wird.

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Als Folge kann kein kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche gelangen, sodass sich das warme Wasser vor der Küste Südamerikas staut; Meeresströmungen und Luftdruckverhältnisse werden dadurch teilweise komplett umgekehrt. Das führt zu Extremwetterereignissen wie Sturm und Starkregen, die zwar in anderen Teilen der Welt deutlicher zutage treten, aber auch noch in Europa spürbar sind.

El Niño Symbolbild: Sturm braut sich am Himmel zusammen
iStock / lixu

„Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“

In ihrem vierteljährlichen Update zum El-Niño-Phänomen prognostiziert die WMO basierend auf mehreren Vorhersagemodellen, dass der kommende El Niño „mindestens mäßig und möglicherweise stark“ ausfallen könnte. Generell wird die Wahrscheinlichkeit eines El Niño in den Sommermonaten aktuell auf 80 Prozent geschätzt, bis November auf bis zu 90 Prozent.

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Expertinnen und Experten zufolge gibt es bislang keine eindeutigen Belege dafür, dass der Klimawandel zu einer erhöhten Häufigkeit und Intensität von El Niños führt. Allerdings kann der Klimawandel die damit einhergehenden Wetterphänomene noch verstärken, zumal sich der Planet durch die komplizierten Wechselwirkungen eines El Niño zusätzlich aufheizen könnte.

„El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung“, fasst es António Guterres zusammen. Der UN-Generalsekretär warnt vor sich ausbreitenden heftigen Folgen. Diese bestehen global gesehen in Starkregen, Dürre und generellen Hitzewellen. Zuletzt war das Wetterphänomen im Jahr 2024 dafür verantwortlich, dass es das heißeste Jahr seit der Industrialisierung wurde.

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Experten empfehlen, sich besser auf El Niño vorzubereiten

Wie stark die Auswirkungen jedoch genau sein werden, ist nur schwer einzuschätzen. Noch bestehen sogar die Chancen auf einen sogenannten „Super El Niño“, also einen besonders starken Vertreter seiner Art. Europa wird den Einschätzungen der Expertinnen und Experten zufolge aber eher indirekt davon betroffen sein. So könnten schlechte Ernten im Pazifikraum beispielsweise zu steigenden Preisen in den Supermärkten führen. Das betrifft besonders Produkte wie Kaffee, Kakao oder auch Zucker.

Zudem ist mit teils extrem wechselhaftem Wetter zu rechnen. Vor allem mit Blick auf 2027 erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die hohe Durchschnittstemperatur aus dem Jahr 2024 global gesehen noch einmal übertroffen wird. Regierungen und humanitären Organisationen wird empfohlen, sich entsprechend darauf vorzubereiten.