Hitzewellen, Starkregen, kranke Wälder – die Folgen des Klimawandels sind auch hierzulande bereits sicht- und spürbar. Was vor einigen Jahren und Jahrzehnten noch eine für viele abstrakte Idee war, wird damit zunehmend Realität. Die Folgen sind stetig steigende Durchschnittstemperaturen bei gleichzeitig stärkeren Schwankungen, sowohl beim Wetter als auch bei den Temperaturen. Generell werden dabei die Extreme gestärkt, auch in Deutschland. Deshalb haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der ERGO Versicherung einen genauen Blick auf die Datenlage zu deutschen Städten und Gemeinden geworfen.
Die Ergebnisse wurden im Klimarisikoindex zusammengefasst, der damit zeigt, welche Regionen bereits jetzt schon stärker betroffen sind als andere. Und auch wahrscheinliche künftige Entwicklungen bis zum Jahr 2050 werden mit einbezogen, wobei unter anderem auf die Daten von 20 etablierten Klimamodellen zurückgegriffen wurde. Dabei wird jeweils auf einer Skala von null bis zehn bewertet, wobei null das geringste und zehn das höchste Risiko bedeutet.

Klimawandel hat schon jetzt weltweit gravierende Auswirkungen, was mitunter hohe Kosten verursacht
Dabei zeigt sich, dass vor allem Regionen in Küstennähe, aber auch entlang großer Flüsse zunehmend die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Vor allem eine Stadt ist dabei dem Klimarisikoindex zufolge gefährdet: Wilhelmshaven. Die Stadt liegt bereits bei einer Risikobewertung von 5,7 und der Wert soll bis 2050 auf 5,9 steigen. Das geringste Risiko im Land müssen hingegen die Leute im Kempten im Allgäu fürchten. Dort soll sich der Wert von aktuell 2,8 auf 3,1 erhöhen.
Insgesamt bestehen den Expertinnen und Experten zufolge dabei aufgrund des Klimawandels zehn wesentliche Naturgefahren. Als besonders gefährlich gelten dabei Sturm, Starkregen und Hitzestress. Sturm ist dabei heute schon die größte Gefahr, während auch von Starkregen zunehmend mehr Regionen betroffen sind. Weitere Gefahren, die in der Bewertung allerdings etwas weniger Gewicht bekommen haben, sind etwa Wasserknappheit und Hagel.
Ein weiteres Problem neben den eigentlichen Schäden stellen dabei Vorbereitungen in den Regionen dar. Vielen Kommunen fehle schlicht das Geld für vorbeugende Klima-Investitionen, erklärt etwa IW-Experte Hanno Kempermann. Wer sich die Lage in seiner Region anschauen möchte, kann zum einen einen Blick auf die Karte werfen; je dunkler der eigene Landkreis eingefärbt ist, desto größer sind die Risiken. Wer mit der Maus über die Karte fährt, kann sich zudem die Werte anzeigen lassen. Man kann sich zum anderen auch die Rohdaten des Klimarisikoindex in Tabellenform herunterladen. Dort werden die Daten für insgesamt 402 Landkreise und Städte aufgeschlüsselt.
