Die sogenannten Eisheiligen bezeichnen einen Zeitraum Mitte Mai – in der Regel zwischen dem 11. und dem 15. des Monats –, für den eine meteorologische Bauernregel gilt. Dabei handelt es sich um die letzten Frühlingstage, an denen mehreren bewährten Bauernregeln zufolge noch Frost möglich ist. Der Zusatz „Heilige“ rührt daher, dass auf diese Tage die Namenstage mehrerer Heiliger fallen.
Die Frostregeln sind vor allem für Personen rund um Landwirtschaft und Gartenpflege interessant. Denn wenn es schlecht läuft, kann der späte Frost wertvolle Pflanzen zerstören. Statistisch gesehen bringen die Eisheiligen tatsächlich oft noch einmal eisige Temperaturen mitten im Mai mit sich, bevor es dann deutlich wärmer wird. 2026 soll sich die Wetterlage allerdings etwas verschieben. Das hat zur Folge, dass der Frost früher kommen soll.
Klimawandel verschiebt Eisheilige immer mehr
Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kamen die Eisheiligen als solche früher gehäuft vor. Allerdings ändere sich das Klima diesbezüglich immer mehr, sodass sie in den vergangenen Jahren sogar mehrfach komplett ausgeblieben seien. Auch andere Experten bestätigen, dass die Eisheiligen „nicht mehr das sind, was sie mal waren.“ Doch was bedeutet das konkret für das Jahr 2026?
Grundsätzlich verschiebt sich der Hauptfrost immer weiter nach vorne. Das hat zur Folge, dass der April kälter und der Mai wärmer ist, als noch in früheren Jahren. Für 2026 zeigen aktuelle Wetterberechnungen nun einen ungewöhnlichen Kälteeinbruch Anfang Mai. Dann kann es etwa dem Meteorologen Jan Schenk zufolge „noch mal kalt werden“, wie der Experte bei „Focus“ erklärt. Dahinter stecke ein komplexes Zusammenspiel tropischer Wetterphänomene, aber auch der Polarwirbel.

Droht im Mai nach Frost schon die erste Hitzewelle?
So würden zum einen die als Madden-Julian-Oszillation bezeichneten Gewittersysteme die Strömungen in den mittleren Breiten beeinflussen. Das habe eine Blockade zur Folge, die kalte Luft nach Europa lenke. Zudem sei der Polarwirbel ungewöhnlich früh zusammengebrochen. Meistens gibt es dann einen zeitverzögerten Kälteeinbruch in Europa. Die Kombination beider Phänomene würde einen für die Eisheiligen ungewöhnlich frühen Frosteinbruch begünstigen.
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Vor allem ab dem 15. Mai zeigen verschiedene Modelle dann allerdings eine rasante Erwärmung an. Sogar erste Hitzetage mit Temperaturen um die 30 Grad sollen noch im Mai im Bereich des Möglichen sein.

