Brand in Crans-Montana: Notrufe aus Silvesternacht veröffentlicht – "So etwas habe ich noch nie gesehen"

Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana wurden kürzlich einige Notrufe der Betroffenen veröffentlicht. Die Mitschnitte zeigen erst jetzt das erhebliche Ausmaß der Katastrophe.
Brand in Crans-Montana: Notrufe aus Silvesternacht veröffentlicht – "So etwas habe ich noch nie gesehen"
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In der Silvesternacht brach im Luxus-Ferienort Crans-Montana in der Schweiz ein Feuer aus. Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ hat sich mittlerweile auf 41 erhöht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die Besitzer der Bar, Jacques und Jessica M.

Wunderkerzen auf Champagnerflaschen sollen den Schaumstoff an der Decke des Partykellers entzündet und für einen Flashover gesorgt haben. Allerdings sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Nun veröffentlichte der französische Sender France Info mehrere Notrufe, die in der Silvesternacht bei den Zentralen eingingen. Sie zeigen erst das Ausmaß der schweren Katastrophe, durch die über 100 Menschen schwer verletzt wurden und teilweise noch immer um ihr Leben kämpfen.

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41 Todesopfer: Brand im "Le Constellation" sorgte für verheerende Situation in Crans-Montana

"Es gab eine Explosion im 'Constellation' in Crans-Montana. Ich mache mir große Sorgen. Polizei und Krankenwagen müssen dorthin geschickt werden. Ich glaube, es gibt Verletzte, viele Verletzte", erklärt ein Mann dem Rettungsdienst. Die Betroffenen brachen in Panik aus und suchten unter anderem Hilfe von Passanten. Eine Frau rief bei der Zentrale an und berichtete von einem Betroffenen mit schweren Brandwunden. „Was soll ich mit jemandem machen, der verbrannt ist?", fragte sie. Sie wollte ihn mit dem Auto ins Krankenhaus bringen. „Es gibt so viele Verletzte, überall ist Blut, so etwas habe ich noch nie gesehen“, heiß es in einem weiteren Notruf.

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In der Bar befanden sich hauptsächlich junge Menschen unter 20 Jahren, die in das neue Jahr hineinfeiern wollten. "Ich bin verbrannt, bitte helft mir", rief einer der Betroffenen panisch ins Telefon. „Meine Freunde sterben drinnen.“ Die Dame am anderen Ende der Leitung versuchte den jungen Mann zu beruhigen und erklärte, dass der Rettungsdienst unterwegs sei. Die Ausschnitte der Notrufe wurden von den Rettungsdiensten des Kantons Wallis den Ermittlungsakten hinzugefügt. Auch die Funksprüche sind teilweise zu hören. Ein Mitarbeiter erklärte um 2.35 Uhr, dass sämtliche Notfallpsychologen nach Crans-Montana geschickt werden müssen. „Es ist ein Kriegsgebiet, das sage ich Ihnen ganz offen.“

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Ermittlungen gegen Sicherheitsbeauftragten eingeleitet

Neben den Besitzern der Bar steht ein ehemaliger Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde im Fokus. Gegen den Mann wurden ebenfalls Ermittlungen eingeleitet. Kürzlich wurde bereits bekannt, dass die letzte Brandschutzkontrolle im Jahr 2019 stattgefunden hatte. Gegen Jacques und Jessica M. wird darüber hinaus wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Brandstiftung ermittelt. Bis zu einer Verurteilung gilt jedoch auch weiterhin die Unschuldsvermutung.