In Crans-Montana in der französischen Schweiz kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand. Mindestens 40 Menschen sind gestorben und über 100 sind verletzt. Erst am Sonntagabend konnten alle Opfer der Katastrophe identifiziert werden.
Auch Details zur Brandursache sind mittlerweile bekannt. Mehrere Wunderkerzen, die auf Champagnerflaschen befestigt waren, sollen die Schaumstoff-Decke der Bar „Le Constellation“ in Brand gesetzt haben. Allerdings dauern die Ermittlungen an und es handelt sich bisher lediglich um die Hauptthese, die durch Fotos und Videos untermauert wird. Gegen die Besitzer der Bar, Jacques und Jessica M., wurde eine Untersuchung "wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst" eingeleitet. Bis zu einem Urteil gilt jedoch die Unschuldsvermutung.

Bar-Brand in Crans-Montana: Gianni und Paolo Campolo befreiten mehrere Partygäste
Die meisten Partygäste waren unter 20 Jahre alt oder sogar minderjährig. Das jüngste Opfer des Brandes ist 14 Jahre alt. Eine Familie, die in Crans-Montana lebt, setzte sich in der Nacht des 1. Januars ein und rettete mehreren Partygästen das Leben. Gianni und Paolo Campolo gaben mittlerweile mehrere Interviews und werden als Helden gefeiert. Vater und Sohn taten alles, um die Betroffenen aus der Bar zu befreien, denn am Haupteingang kam es zu einem Gedränge und einige Menschen steckten fest. Mittlerweile ist klar, dass es auch einen Notausgang gab, der aber nur von wenigen Gästen gefunden wurde. Paolo Campolo suchte nach genau diesem Notausgang. „Ich versuchte, die Tür zu öffnen, aber sie war durch etwas blockiert“, berichtet der Familienvater.
Alle Details: 40 Tote in Crans-Montana: Wie kam es zum Brand in der Bar „Le Constellation“? Erste Details bekannt
„Dann kam eine weitere Person dazu. Wir haben sehr stark gezogen – dann ging die Tür auf und die Menschen stolperten ins Freie“, heißt es weiter. So rettete er mindestens zehn Betroffenen das Leben. Auch bei dem 19-jährigen Gianni bedanken sich zahlreiche Jugendliche, deren Freunde dank seines Einsatzes nicht gestorben sind. Paolos Sohn gehört noch nicht lange dem Zivilschutz an und versucht nun, das Gesehene zu verarbeiten. „Viele raten mir, einen Psychologen aufzusuchen“, sagt der junge Mann.
Untersuchung gegen Besitzer der Bar "Le Constellation" eingeleitet
Paolo erlitt schwere Reizungen der Atemwege und eine Rauchvergiftung. Er wurde mehrere Tage im Krankenhaus behandelt und sagt, er habe in diesem Moment nur daran gedacht, zu helfen. Gianni blieb unverletzt und auch Paolos Tochter Paolina, die ihre Eltern anrief, da sie gesehen hatte, dass es brennt, ist wohl auf. Eigentlich wollte sie an dem besagten Abend in der Bar in Crans-Montana feiern gehen. Doch sie verspätete sich und war deshalb noch nicht in dem Partykeller als das Feuer ausbrach.
