Kellnerin Cyane starb bei Brand im "Le Constellation": Familie erhebt Vorwürfe gegen Bar-Besitzer

Die junge Kellnerin Cyane ist bei der Brandkatastrophe im "Le Constellation" in Crans-Montana verstorben. Jetzt sprechen ihre Eltern erstmals offen über die Ereignisse und die Besitzer der Bar.
Kellnerin Cyane starb bei Brand im "Le Constellation": Familie erhebt Vorwürfe gegen Bar-Besitzer
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Bei dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana sind 40 Menschen verstorben. 116 weitere Gäste wurden verletzt, die meisten davon schwer. Während die Opfer der Katastrophe momentan noch um ihr Leben kämpfen, sitzt der Besitzer der Bar, Jacques M., mittlerweile in Untersuchungshaft.

Dem Betreiberpaar und auch der Gemeinde werden schwere Vorwürfe gemacht. Der Brand wurde ersten Bildern und Videos zufolge durch eine Wunderkerze auf einer Champagnerflasche ausgelöst. Diese Wunderkerze kam mit der Schaumstoffverkleidung der Decke in Kontakt. Schließlich ließen sich die Flammen nicht mehr unter Kontrolle bringen und es kam zu einem Flashover. Das ist die Hauptthese der Ermittler, die nun noch offiziell bestätigt werden muss.

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Nach Brand in der Bar "Le Constellation": Kellnerin Cyane tat, "was von ihr verlangt wurde"

Das Material, welches sich überall in der Bar befand, muss noch genauer untersucht werden. Jacques und Jessica M. wird außerdem vorgeworfen, dass der Notausgang an dem Abend der Katastrophe verschlossen gewesen ist. Mittlerweile hat der Betreiber dies bestätigt. Allerdings wüsste er nicht, wie es dazu kam. Bei dem Brand im „Le Constellation“ starb auch die junge Kellnerin Cyane. Ihre Familie sprach kürzlich erstmals über die Ereignisse. „Unser Leben wird nie mehr dasselbe sein“, erklärte Cyanes Mutter.

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„Meine Tochter arbeitete dort, ich war vollkommen sicher und sagte mir, dass die Standards respektiert werden, alles respektiert wird“, berichtet Cyanes Vater. „Dass Geld Vorrang vor Sicherheit hat, ist unnormal. Das hätte nie passieren dürfen“, heißt es weiter. Denn einige der Opfer sollen nur verstorben sein, weil die besagte Tür an dem Abend verschlossen gewesen ist. Erste Zeugen haben ausgesagt, dass der Betreiber verhindern wollte, dass Gäste gehen, ohne zu bezahlen. Allerdings gilt diese Aussage bisher noch nicht als bestätigt. Der Betreiber selbst habe in der Silvesternacht einen Anruf seiner Frau erhalten und sei daraufhin sofort zur Bar gefahren.

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"Brandschutz vernachlässigt": Schwere Vorwürfe gegen Bar-Betreiber und Gemeinde erhoben

Er sagte aus, die Tür von außen geöffnet zu haben. Dahinter lagen mehrere leblose Menschen, darunter auch Cyane. Er versuchte die junge Frau wiederzubeleben. Allerdings kam jede Hilfe zu spät. Die Gemeinde räumte mittlerweile ein, dass seit 2019 keine Brandschutzkontrollen im „Le Constellation“ mehr durchgeführt wurden. Cyane soll eine der Kellnerinnen gewesen sein, die mit den Wunderkerzen auf den Schultern einer anderen Person gesessen haben.

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„Was auch immer die Untersuchung ergeben wird, diese junge Frau hat die Anweisungen ihrer Arbeitgeber befolgt. Sie hat vor der Geschäftsführerin getan, was von ihr verlangt wurde. Das war nichts Ungewöhnliches. Diese junge Angestellte trägt keinerlei Verantwortung“, betonten die Anwälte der Familie. Die Ermittlungen dauern momentan weiter an. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung. In der vergangenen Woche fand eine Trauerfeier in der Schweiz statt, zu der auch der französische Präsident Macron erschien.