Während am 31. Oktober noch Halloween gefeiert wird, steht anschließend am 1. November Allerheiligen an. Viele Menschen besuchen an diesem Feiertag die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen, schmücken sie mit Blumen und entzünden Kerzen. Er gehört zu den wichtigsten Festen der katholischen Kirche und blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Doch obwohl Allerheiligen häufig mit dem Gedenken an Verstorbene verbunden wird, hat der Tag ursprünglich eine andere Bedeutung. Was genau wird gefeiert und worin unterscheidet sich der Tag auch von Allerseelen, das am 2. November stattfindet?
Ursprung und Bedeutung: Darum feiern wir Allerheiligen
Bereits seit dem 9. Jahrhundert wird Allerheiligen in der westlichen Kirche am 1. November gefeiert. Wie der Name bereits verrät, stehen an diesem Tag alle Heiligen der katholischen Kirche im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um bekannte Persönlichkeiten, die offiziell heiliggesprochen wurden, sondern auch um normale Gläubige, die nach christlichen Werten und Geboten gelebt haben, wie etwa das Bistum Mainz betont.
Die Ursprünge des Festes reichen bis in die ersten Jahrhunderte des Christentums zurück. Schon damals gedachten Gläubige der Märtyrerinnen und Märtyrer, die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet wurden. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus ein gemeinsamer Gedenktag für alle Heiligen, wobei es nicht nur um einen Totengedenktag gehen soll, sondern vielmehr um „eine Feier des neuen Lebens, das die Heiligen führen und das allen Christen verheißen ist.“
Dabei wird Allerheiligen oft mit Allerseelen verwechselt. Der Unterschied: Während am 1. November die Heiligen geehrt werden, steht am 2. November, dem sogenannten Allerseelentag, das generelle Gedenken an alle Verstorbenen im Mittelpunkt. Da beide Tage unmittelbar aufeinanderfolgen, haben sich ihre Traditionen im Laufe der Jahrhunderte stark miteinander vermischt.
Viele pflegen besondere Traditionen zum Feiertag
Über einen langen Zeitraum haben sich diverse Traditionen und Bräuche rund um den Feiertag entwickelt. Zu den wichtigsten und bekanntesten gehören:
- Ein Besuch auf dem Friedhof, um die Gräber verstorbener Angehöriger zu pflegen und zu schmücken. Besonders häufig werden Gestecke, Kränze und Blumen wie Chrysanthemen verwendet, die auch bei den kühleren Temperaturen im November lange schön bleiben.
- Kerzen stehen im christlichen Glauben für Hoffnung, Erinnerung und das ewige Leben. Viele zünden deshalb bewusst an diesem Tag Grablichter an.
- Der Besuch besonderer Gottesdienste und Andachten.
Neben diesen vor allem kirchlichen Traditionen gibt es aber auch andere Bräuche. In Teilen Süddeutschlands und Österreichs ist beispielsweise das Allerheiligengebäck verbreitet. Dazu gehört der sogenannte Allerheiligenstriezel, ein geflochtenes Hefegebäck, das traditionell an Familienmitglieder oder Patenkinder verschenkt wird.
In diesen Bundesländern ist Allerheiligen ein Feiertag
Für viele Menschen hat Allerheiligen darüber hinaus inzwischen auch unabhängig vom religiösen Glauben eine besondere Bedeutung. So nutzen viele den Tag, um innezuhalten, sich an verstorbene Angehörige zu erinnern und bewusst Zeit mit der Familie zu verbringen. Da kommt es sehr gelegen, dass der 1. November in einigen Bundesländern ein Feiertag ist:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
In den übrigen elf Bundesländern ist Allerheiligen dagegen kein gesetzlicher Feiertag. Dort findet der Alltag am 1. November normalerweise wie gewohnt statt, sofern das Datum nicht – wie jetzt im Jahr 2026 – auf ein Wochenende fällt.

Día de los Muertos – wie Mexiko und Lateinamerika die Toten ehren
In Mexiko und Teilen Lateinamerikas wie etwa Guatemala, Peru oder Bolivien verbindet sich das katholische Totengedenken zu Allerheiligen mit jahrtausendealten, präkolumbianischen und indigenen Traditionen. Dort geht es weniger um die Trauer als um ein Fest, das als Día de los Muertos bekannt ist. Dabei wird vom 31. Oktober bis zum 2. November gefeiert und es gehen Bilder von farbenprächtigen, fröhlichen Volksfesten um die Welt.
Dazu werden in Häusern und auf Friedhöfen bunte Altäre mit Fotos, Kerzen und Blumen sowie den Lieblingsspeisen und Getränken der Verstorbenen errichtet. Das soll ihre Seelen willkommen heißen, die in dieser Zeit zurückkehren können, um mit ihren Familien zu feiern.
Auch dabei gibt es allerdings viele regionale Besonderheiten. So werden beispielsweise in Teilen Boliviens Schädel und Gebeine gereinigt. In Guatemala lässt man wiederum Papierdrachen über den Gräbern der Verstorbenen steigen.

