Seit Beginn der Saison wurden in Europa bereits mehr als 240 Infektionen mit dem West-Nil-Virus gemeldet. Bis Mittwoch vergangener Woche (5. August) waren sieben europäische-Länder betroffen, darunter auch Deutschland, allen voran aber Italien. Hauptgrund für die aktuellen Zahlen ist die Übertragung, die nämlich über Mücken erfolgt – und die feiern bekanntlich gerade Hochsaison.
Dabei stammt das West-Nil-Virus aus der Familie der sogenannten Flaviviren und gehört zu den weltweit am weitesten verbreiteten von Mücken übertragenen Krankheitserregern. Es kommt vor allem in wildlebenden Vögeln vor und wird durch die bluttrinkenden Insekten vom Tier auf den Menschen übertragen. Das verursacht zwar mitunter unangenehme Symptome, in den allermeisten Fällen verläuft eine Infektion allerdings harmlos – mit wenigen Ausnahmen.
Mehrere europäische Länder verzeichnen wachsende Zahlen beim West-Nil-Virus
Insgesamt sind in Europa nach aktuellem Informationsstand 59 Gebiete betroffen, wobei vor allem Italien in den Fokus rückt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft deshalb zu verstärkter Wachsamkeit auf. Dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zufolge sah die Verteilung ebenfalls am vergangenen Mittwoch wie folgt aus:
- Italien (139)
- Griechenland (69)
- Spanien (17)
- Nordmazedonien (13)
- Rumänien (6)
- Frankreich (4)
- Deutschland (1)
Die bisher einzige in Deutschland gemeldete Infektion kommt aus dem Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz, wie bereits Ende Juli von offizieller Stelle bekanntgegeben wurde.
Symptome des West-Nil-Fiebers ähneln denen einer Grippe
In den allermeisten Fällen verlaufen Infektionen mit dem Virus für den Menschen ungefährlich oder sogar gänzlich unbemerkt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) entwickeln nur circa 20 Prozent der mit dem West-Nil-Virus Infizierten Symptome, die dann in der Regel an eine Grippe erinnern. Dazu gehören:
- plötzliches Fieber
- Schüttelfrost
- Kopfschmerzen
- Abgeschlagenheit
- Rückenschmerzen
- geschwollene Lymphknoten
- Hautausschlag (selten)
Diese harmlosen Infektionen sind in der Regel nach drei bis sechs Tagen abgeklungen. Allerdings können sich Betroffene in solchen Fällen noch über einen längeren Zeitraum etwas schlapp und abgeschlagen fühlen, wie das auch bei einer Grippe der Fall wäre. In seltenen Fällen kann das West-Nil-Virus allerdings auch einen schwereren Verlauf nehmen; aktuellen Zahlen zufolge ist das bei etwa einer von 100 infizierten Personen so.
Dabei greift die Infektion auf das zentrale Nervensystem über, was sich zu einer Hirnhautentzündung entwickeln kann, die in seltenen Fällen tödlich endet. Damit einher gehen wiederum folgende schwere Symptome (Quelle: AOK):
- hohes Fieber
- Verwirrtheit
- Lähmungen
- epileptische Anfälle
- Sehstörungen

Wie kann man sich vor dem West-Nil-Virus schützen?
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Impfung gegen das Virus. Auf dieser Ebene kann man sich also nicht vor einer Infektion schützen. Da allerdings die Mücke als Überträgerin bekannt ist, kann man einer Infektion am besten vorbeugen, indem man auf die Insekten achtet. Das RKI empfiehlt deshalb ein wirksames Mückenschutzmittel. Auch einige Hausmittel können helfen, die Insekten abzuwehren.
Darüber hinaus sollte man vor allem zu den von den Mücken bevorzugten Tageszeiten seine Haut möglichst bedecken, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Das gilt insbesondere in der Dämmerung und nachts sowie generell an von den Insekten bevorzugten Orten, die feucht und schattig sind. Vor allem stehende Gewässer sollten entsprechend gemieden werden.
Was vor allem Reisende beachten sollten
Im Prinzip sollte man für den besten Schutz generell auf Mücken achten, allerdings gilt das in besonderem Maße in den Regionen, die bereits vergleichsweise hohe Infektionszahlen aufweisen. Vor allem Urlauberinnen und Urlauber, die eine Reise nach Italien und Griechenland planen, sollten die dortige Lage im Blick behalten – das gilt im Übrigen auch für die aktuellen Waldbrände, wegen denen beispielsweise in Italien flächendeckend Alarmstufe Rot gilt.
Zum jetzigen Zeitpunkt konzentrieren sich die Infektionen auf den Norden des Landes, das kann sich allerdings jederzeit ändern. Reisenden wird zu konsequentem Mückenschutz geraten. Wer nach einem Stich Symptome beobachtet, sollte zudem eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen.

