Wie der Name schon impliziert, trägt man Unterwäsche unter anderer Kleidung. Das zusätzliche Wäschestück ist dabei nicht nur für den Komfort wichtig, sondern auch für die Hygiene und darauf aufbauend für die Gesundheit. So geht es zum einen darum, die äußere Kleidung von innen zu schützen, aber vor allem auch den Intimbereich, der sowohl auf Reibung als auch auf Keime empfindlich reagiert. Deshalb ist es allerdings nicht nur wichtig, wie oft man seine Unterwäsche wäscht und bei wie viel Grad das in der Waschmaschine passiert.
Es gilt auch, seine Unterwäsche richtig anzuziehen und zu tragen, damit das Risiko einer Infektion minimiert wird. So warnt etwa Dr. Samuel Choudhury, Allgemeinmediziner mit Spezialisierung auf Hautpflege, vor einer Leistenpilzinfektion (Tinea inguinalis). Diese ist äußerst unangenehm und befällt in der Regel Oberschenkel, Gesäßbacken und teilweise auch den Unterleib. Im Intimbereich findet der Pilz zudem durch Feuchtigkeit, Reibung und Hitze den idealen Nährboden und hält sich oft hartnäckig. Entsprechende Fehler, die eine Infektion begünstigen, sollte man also unbedingt vermeiden.

Beim Anziehen von Unterwäsche sollte man unnötigen Kontakt vermeiden
Dr. Choudhury zufolge wird der Pilz unter anderem über die Füße übertragen. Wer sich jetzt fragt, wie er von dort in die intime Leistengegend gelangen soll, muss sich nur überlegen, wie man Unterwäsche üblicherweise anzieht. Dabei steigt man nämlich mit seinen Beinen in die dafür vorgesehenen Aussparungen, wobei es zum direkten Hautkontakt mit den Füßen kommt.
Besonders wer eine Fußpilzinfektion hat, sollte unbedingt aufpassen und bereits beim Anziehen der Unterwäsche Socken tragen, mahnt Dr. Choudhury. „Sie bilden eine Barriere und verhindern so die Ausbreitung der Infektion“, erklärt er. Da statistisch gesehen 70 Prozent einmal in ihrem Leben an einer Fußpilzinfektion leiden, gilt also entsprechende Vorsicht. Aber auch Personen ohne eine Infektion sollten vorsichtig beim Anziehen sein. Je weniger Kontakt die Unterwäsche vor dem Tragen mit anderen Objekten hat, desto besser. Männer sind in der Regel häufiger von Leistenpilz betroffen als Frauen, weil zwischen Oberschenkel und Hodensack leicht Feuchtigkeit eingeschlossen werden kann.
Die Pilzsporen können bis zu einem Jahr auf Oberflächen wie Bettwäsche und Handtüchern überleben, wenn sie nicht entsprechend gereinigt werden. Wer betroffen ist, sollte also unbedingt alle Textilien, die irgendwie mit der entsprechenden Region in Kontakt gekommen sein könnten, gründlich reinigen. Zudem sollte man die Haut trotz teils großem Juckreiz nicht kratzen und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; in der Regel wird die Pilzinfektion dann mit einer Salbe oder oral einzunehmenden Antimykotika behandelt.
