Unterwäsche macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie ist die einzige Art von Wäsche, die immer direkten Hautkontakt hat und unter der Oberbekleidung getragen wird. Dabei umfasst der Begriff sowohl Unterhosen als auch Wäsche für den Oberkörper wie etwa BHs und Unterhemden. Da sie Kleidungsstücke deshalb mit dem Intimbereich in Berührung kommen, sind besondere Hygienemaßnahmen angesagt. Doch was genau gilt beim Wechseln der Unterwäsche im Detail?
Für viele ist das tägliche Wechseln der Unterwäsche ein absolutes Muss. Andere orientieren sich an Aussehen und Geruch der Wäsche, wobei die meisten grundsätzlich einen Unterschied zwischen Unterhosen und anderer Wäsche machen. Zudem ist Umfragen zufolge auch ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zu beobachten. Während bei Frauen nur etwa 10 Prozent seltener als einmal am Tag auf neue Unterwäsche setzen, sind es bei Männern um die 25 Prozent. Tendenziell nehmen es zudem vor allem jüngere Alterskohorten mit der Hygiene nicht ganz so genau, während ältere Personen zunehmend darauf achten.
Dabei ist Hygiene im Intimbereich, zu dem im erweiterten Sinne auch die Unterwäsche gehört, enorm wichtig. Es drohen nicht nur unangenehme Gerüche, sondern auch Infektionen und Krankheiten. Um die Frage zu beantworten, wie oft man seine Wäsche für den Intimbereich denn nun wechseln sollte, genügt allerdings kein einfacher Blick auf die Art der Wäsche. Auch das ganze Drumherum ist relevant, vor allem aber die restliche Kleidung und die körperlichen Aktivitäten.

Ist es schlimm, seine Unterwäsche nicht täglich zu wechseln?
So erklärt beispielsweise die Dermatologin Dr. Anju Methil im Gespräch mit der Daily Mail: „Bei geringer körperlicher Aktivität und ohne Schwitzen kann es akzeptabel sein, die Unterwäsche jeden zweiten Tag zu wechseln.“ Gleiches gelte generell für locker sitzende Herrenunterwäsche, da diese weniger Hautkontakt hat als etwa ein Damenslip, der direkt auf der Haut sitzt. Aber: „Auch wenn Herrenboxershorts seltener mit der Haut in Berührung kommen als Damenunterwäsche, sind sie diesen Gefahren nicht entgangen – insbesondere, wenn sie wiederholt ohne Wechsel getragen werden“, mahnt die Expertin.
Auch Markus Egert, Professor für Mikrobiologie und Hygiene an der Hochschule Furtwangen, gibt im „Spiegel“ grundsätzlich Entwarnung. „Die Keime, die sich da tummeln, sind unsere eigenen“, erklärt er. Bei einem gesunden Menschen würden diese Keime nicht krank machen. Allerdings bestätigt auch er, dass Frauen ihre Unterwäsche im Zweifel häufiger wechseln sollten als Männer. Das liege nicht nur am Hautkontakt, sondern auch an den anatomisch bedingt kürzeren Harnwegen, die anfälliger für Harnwegsinfekte seien. Wer also täglich seine Unterhosen wechselt, macht sicherlich nichts verkehrt. Im Übrigen ist es ein Mythos, dass Unterhosen nach einem Jahr entsorgt werden sollten, weil sie dann zu unhygienisch sind.
Wer seine Wäsche richtig wäscht und weiß, worauf es ankommt, kann sich den Kauf neuer Stücke im Jahrestakt getrost sparen. Wie eingangs erwähnt, fallen allerdings auch Unterhemden und BHs unter den Oberbegriff der Unterwäsche. Expertinnen und Experten empfehlen beispielsweise, einen BH nach drei bis vier Tagen zu wechseln. Im Detail würde das aber vom persönlichen Empfinden und auch vom Schwitzen abhängen. Unterhemden hingegen sollte man aufgrund des großflächigen Hautkontakts ebenfalls nach einem Tag des Tragens wechseln.
