Gelber „Schlafsand“ im Auge: Viele kennen die eklige Wahrheit dahinter nicht

Jeder kennt die Krümel, die morgens in den Augenwinkeln kleben und die auch oft als „Schlafsand“ bezeichnet werden. Aber kaum jemand weiß, woher sie eigentlich kommen und ab wann sie sogar gefährlich werden können.
Gelber „Schlafsand“ im Auge: Viele kennen die eklige Wahrheit dahinter nicht
iStock / OlegMalyshev
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Wer morgens aufwacht, wischt sich oft als Erstes im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf aus den Augen. Denn oft haben sich mal größere, mal kleinere gelbliche Klümpchen in den Augenwinkeln abgesetzt. Aufgrund ihrer Optik und in Anlehnung an die bekannte Figur des Sandmännchens nennt man diese Krümel auch „Schlafsand“. Wer sich beim Abkratzen und Wegwischen fragt, wie die Ablagerungen dort eigentlich hingekommen sind, muss sich auf eine etwas unappetitliche Wahrheit einstellen.

Zunächst einmal besteht kein Grund zur Sorge, dahinter steckt ein vollkommen natürlicher Prozess, der mit Schlafen in erster Linie nicht einmal etwas zu tun hat. Er fördert nur einige Hintergrundprozesse zutage, von denen man im wachen Zustand wenig mitbekommt. Es handelt sich nämlich um eine Mischung aus getrockneter Tränenflüssigkeit, abgestorbenen Hautzellen und Staub. Normalerweise sorgen die Flüssigkeit und das Blinzeln dafür, dass der kaum sichtbare Dreck nicht ins Auge gelangt und einfach abfließen kann.

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Im Schlaf sind die Augen jedoch geschlossen, weshalb die Mischung trocknet und als „Schlafsand“ im Augenwinkel zurückbleibt. Das Ergebnis sieht man dann am nächsten Morgen. Und auch, wenn man die Krümel am liebsten einfach wegreiben würde, sollte man das am besten nicht tun.

Schlafsand: Frau reibt sich nach dem Aufwachen die Augen
iStock / ilona titova

Schlafsand ist in der Regel ungefährlich, kann aber auch ein Warnhinweis sein

Stattdessen sollte man den Schlafsand vorsichtig abwaschen; eine morgendliche Gesichtswäsche hat zudem darüber hinaus noch einige Vorteile. Der Hintergrund dabei ist, dass es sich um geballte Ansammlungen von Bakterien handelt. Passt man beim Reiben nicht auf, schmiert man diese direkt in das empfindliche Auge und riskiert etwa eine schwere Bindehautentzündung. Zudem sollte man aufpassen, wenn sich ungewöhnlich viele Krümel nach dem Aufwachen im Augenwinkel finden.

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Das kann nämlich ein Hinweis auf eine bereits bestehende Infektion sein, die in ihrer frühen Phase oft übersehen wird, weil man die Hinweise mit dem üblichen Schlafsand verwechselt. Neben einer Bindehautentzündung kann sich etwa auch Augenherpes, eine Infektion der Hornhaut oder ein sich andeutendes Gerstenkorn so ankündigen. Es gibt aber auch harmlosere Ursachen für ein erhöhtes Aufkommen von Schlafsand wie durch Heizungsluft oder Kontaktlinsen bedingte trockene Augen.

Auch dann sollte man allerdings reagieren und gegebenenfalls die Linsen wechseln. Sollten die Krümel sich zudem zu richtigem Augenschleim entwickeln, sollte man schleunigst eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Wer übrigens nachts oft zur „Wolfsstunde“ zwischen drei und vier Uhr aufwacht, sollte seinen Hormonspiegel einmal unter die Lupe nehmen.