Sollte man auf Reisen immer Petersilie dabeihaben?

Petersilie ist nicht nur ein Küchenkraut, ihr werden auch echte Heilkräfte nachgesagt. Auf langen Reisen soll sie sogar gegen ein weit verbreitetes Problem helfen. Was steckt hinter dem alten Hausmittel-Trick?
Sollte man auf Reisen immer Petersilie dabeihaben?
iStock / MmeEmil

Reisen beinhalten viele Herausforderungen, eine davon ist die Kinetose, besser bekannt als Reisekrankheit. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie meistens auf Reisen auftritt, weil das Gehirn teilweise sehr widersprüchliche Signale von den Augen und dem Gleichgewichtssinn erhält. Das beste Beispiel dafür sind schnelle Kurven, die man mit einem Auto fährt. Der Körper spürt die Bewegung, kann sie mit den Augen aber nicht gänzlich erfassen.

Gleiches gilt auch für Schiffsreisen, bei denen das Innenohr bei spürbarem Seegang Bewegung registriert, die nicht in gleichem Maße von den Augen wahrgenommen werden kann. Typische Symptome sind Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und auch ein Benommenheitsgefühl. Die Symptome kann man mittels entsprechender Medikamente recht gut auch schon prophylakltisch behandeln, angeblich soll aber als Hausmittel auch Petersilie sehr effektiv sein.

Trick mit Petersilie soll gegen Reisekrankheit helfen

Die Maßnahme basiert auf einem jahrhundertealten Trick, der besagt, dass man immer Petersilie auf Reisen mitnehmen sollte. Das Kraut soll ebenfalls gegen die Reisekrankheit helfen, indem man es kaut oder sogar um den Hals trägt. Dabei wird der Petersilie eine erfrischende und beruhigende Wirkung nachgesagt, die sich bereits über den Duft entfalten könne.

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Deshalb wird empfohlen, die Pflanze bereits einen Tag vor der Abreise kleinzuhacken und etwa einen Teelöffel zu sich zu nehmen. Ein kleiner Strauß Petersilie, den man direkt auf der Haut trägt, setzt hingegen am Tag der Reise entsprechende Duftstoffe frei, heißt es. Die Petersilie soll vor allem der Übelkeit vorbeugen, die für viele mit Reisekrankheit einhergeht. Aber stimmt das auch?

Hilft Petersilie gegen Reisekrankheit? Frau sitzt mit einer Papiertüte im Auto., weil ihr übel ist
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Wirkung der Pflanze als Mittel gegen Reisekrankheit umstritten

Weder für die übelkeitshemmende Wirkung von Petersilie noch für deren Fehlen gibt es wissenschaftliche Belege. Deshalb sollte der alte Trick mit Vorsicht behandelt werden, der allerdings auch keinen großen Schaden anrichten kann. Zwar kann Petersilie unter bestimmten Umständen giftig sein und war sogar Giftpflanze des Jahres 2023. Allerdings gilt das nur für Petersilienöl, das im zweiten Jahr in den kleinen Blüten der Pflanze entsteht. Die Blätter kann man hingegen bedenkenlos essen, da sie erwiesenermaßen gesund sind.

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So enthält die Pflanze zahlreiche Vitamine, Mineralien und andere gute Nährstoffe. Diese wirken unter anderem schleimlösend und verdauungsfördernd, wie die AOK erklärt. Als Heilpflanze schützt sie zudem vor Harnwegsinfektionen, lindert Menstruations- und Verdauungsbeschwerden und kann sogar bei Mundgeruch helfen. Dass sie konkret bei Übelkeit und Reisekrankheit hilft, ist jedoch nicht bekannt. Dafür gilt das für andere Pflanzen.

Natürliche Mittel gegen Reisekrankheit und Übelkeit

Zuallererst ist hierbei Ingwer zu erwähnen. Die Knolle gilt ohnehin als vitaminreiches Superfood und die enthaltenen Scharfstoffe (Gingerole) beruhigen den Magen tatsächlich und helfen so auch bei akutem Übelkeitsgefühl. Deshalb wurde sie wohl auch bereits in der Antike von Seeleuten genutzt. Allerdings sollten vor allem Schwangere vorsichtig mit der Knolle und auch mit Präparaten sein, da diese vorzeitige Wehen auslösen können. Und auch Pfefferminzöl kann zumindest bei den Symptomen der Reisekrankheit helfen.

Effektiv können abseits dieser Mittel und klassischer Medikamente aber auch bestimmte Verhaltenstipps sein. So kann es helfen, den Horizont fest anzuvisieren. Das hilft dem Gehirn dabei, die Bewegung des Körpers mit dem Gesehenen abzugleichen. Zudem sollte man es bei Reisekrankheit vermeiden, auf der Fahrt ein Buch zu lesen oder auf sein Handy zu schauen. Denn auch dabei entsteht eine Lücke zwischen dem, was die Augen sehen und was der Körper anderweitig an Bewegung wahrnimmt.