Egal ob im Job oder im Privatleben, man begegnet immer wieder neuen Menschen. Dabei ist für viele anfangs die größte Hürde, ihr Gegenüber richtig einzuschätzen. Teilweise führt das auch bei Personen, die man schon jahrelang kennt, zu Kommunikationsproblemen. Dabei ist es für einige Berufsgruppen elementar wichtig, ihr Gegenüber möglichst schnell zu „lesen“, um sich ein genaues Bild von ihm zu machen. Dazu gehören unter anderem auch Geheimdienstmitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie es Evy Poumpouras jahrelang war.
Die 1977 geborene griechisch-stämmige US-Amerikanerin arbeitete zwischen den Jahren 2000 und 2012 für den USSS – den United States Secret Service. Dabei war es essenziell, auf kleinste Details des Gegenübers zu achten. Dazu gehören Mimik, Gestik, die gesamte Körpersprache und noch einige andere Details. Doch wie funktioniert das Ganze genau? Darauf geht die inzwischen als Journalistin arbeitende Poumpouras in einem Interview mit der „BBC“ genauer ein. Dabei verrät sie eine einfache Methode, die lediglich eine gute Beobachtungsgabe und ein wenig Einfühlungsvermögen benötigt.
Der ehemaligen Secret-Service-Mitarbeiterin zufolge geht es im Kern darum, herauszufinden, wo sich die andere Person gedanklich befindet. Poumpouras nennt das den „headspace“, also den „Kopfraum“, in dem sich jemand aufhält und betont: „Es geht nicht darum, wo du dich befindest, sondern wo sie [die anderen] sich befinden“. Wer diesen Raum identifizieren könne, würde die Motivation der anderen Person besser verstehen, was die ganze Kommunikation einfacher gestalten würde.

Ex-Agentin unterscheidet Menschen für die Kommunikation in zwei Kategorien, die man kennen sollte
Dabei unterteilt sie ganz grundsätzlich in zwei Kategorien: Identität und Instrumentalität (im Original „identity and instrumental“). Menschen, die der ersten Kategorie angehören, würden der Ex-Agentin zufolge von ihrem eigenen Raum eingenommen und absorbiert werden. Dabei seien sie unter anderem emotional und würden Dinge vor allem aus ihrer eigenen Perspektive wahrnehmen. Formulierungen wie „ich denke“, „ich fühle“ oder „ich glaube“ seien dabei keine Seltenheit. In der zweiten Kategorie seien Menschen hingegen vor allem aufgabenorientiert, es gehe also primär darum, Dinge erledigt zu bekommen, weshalb diese Personen mitunter schonungslos und direkt wirken könnten.
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Menschen müssen dabei offenbar nicht zwangsläufig zur einen oder anderen Kategorie gehören, sondern können zwischen den Räumen wechseln. Grundsätzlich sei es aber wichtig, sich bewusst zu machen, wo sich der jeweils andere gerade befindet, wenn man in eine Konversation geht. Das kann Misskommunikation vermeiden, produktive Ergebnisse ermöglichen und dabei gleichzeitig die Gefühle einer anderen Person nicht verletzen.
