Ein morgendliches Heißgetränk, insbesondere Kaffee, gehört für viele auf dem Weg zur Arbeit dazu. Coffee to Go erfreut sich deshalb nach wie vor großer Beliebtheit. Und obwohl es inzwischen einige Initiativen, etwa durch ein Mehrwegbechersystem, gibt, die Einweg-Kaffeebecher obsolet machen wollen, trinken viele ebendieses Heißgetränk immer noch zu großen Teilen aus den umgangssprachlich auch als „Wegwerfbecher“ bezeichneten Gefäßen. Papplösungen sind keine richtige Alternative, weil auch die beschichtet sein müssen, damit das Papier nicht durchweicht, sodass Flüssigkeit austritt.
Dann wird auf Kunststoff zurückgegriffen. Dieser dichtet die Einweg-Kaffeebecher zwar effizient ab, verschlechtert aber auch den ökologischen Fußabdruck. Und es gibt noch einen wesentlichen Grund, der gegen die Becher spricht und der auch durch mehrere Studien inzwischen gut belegt ist. Dabei geht es um Nanoplastik und die gesundheitlichen Schäden, die dadurch verursacht werden können. Und diese sind bei vermeintlich besseren Mehrwegbechern sogar unter Umständen noch ausgeprägter.

In vielen Kaffeebechern stecken Stoffe, die mit mehreren Krankheiten in Verbindung gebracht werden
Grund für die Aufnahme von Nanoplastik, das sich im Übrigen von Mikroplastik durch die Größe unterscheidet, ist vor allem die Hitze, der ein Kaffeebecher ausgesetzt ist, wenn er befüllt wird. Das konnte bereits in einer Studie nachgewiesen werden, die 2022 im „Environmental Science and Technology“ veröffentlicht wurde. Eine neue Studie aus dem Jahr 2026, die im „Journal of Hazardous Materials: Plastics“ erscheint, unterstreicht diese Ergebnisse. Dabei konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass Temperaturen über 30 Grad einen negativen Effekt auf den Becher haben können und dass eine PE-Beschichtung (PE steht für Polyethylen) zumindest weniger Stoffe abgibt als Becher, die komplett aus dem Material bestehen.
Das Problem mit Mikro- und Nanoplastik ist, dass es einfach aufgenommen werden, dann aber vom Körper nicht abgebaut werden kann. Dabei gilt Nanoplastik als besonders schädlich, weil es aufgrund seiner geringen Größe theoretisch sogar in Körperzellen eindringen und dort die Funktionsweise stören könnte. Zwar gibt es noch keine Studien über die langfristige Wirkung auf die Gesundheit. Allerdings wird Mikroplastik zunehmend mit mehreren Erkrankungen in Verbindung gebracht. So soll es unter anderem Brustkrebs, Unfruchtbarkeit und Fettleibigkeit begünstigen, Diabetes und diverse Allergien fördern und bei Kindern und Jugendlichen eine verfrühte Pubertät einleiten können, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland warnt.
Wer dennoch auf seinen morgendlichen Kaffee nicht verzichten möchte, sollte entsprechend auf Alternativen zum gängigen Kaffeebecher greifen. Denn weder die Einweg- noch die meisten Mehrwegbecher sind aus dieser Sicht empfehlenswert. Am besten setzt man auf einen eigenen, hochwertigeren Becher, beispielsweise aus Keramik. Und auch in anderen Bereichen ist Vorsicht angesagt. So sollte man etwa keine Kochbeutel zum Reiskochen verwenden und heißes Essen nicht in Plastikschalen erhitzen und daraus essen.
