Aktuell stolpert man auf Social Media immer wieder über ein neues „Trendgetränk“, das vielen in seiner Urform allerdings bestens bekannt sein dürfte: heißes Wasser. Der Trend kommt vor allem aus China, ursprünglich stammt das Vorgehen aber offenbar vom Ayurveda. Dabei geht es tatsächlich um das pure erhitzte Wasser – ganz ohne die Zugabe von Zitrone oder Tee. Dabei scheint es in China recht normal zu sein, zumindest lauwarmes Wasser zu trinken, das so auch in Restaurants serviert wird.
Dass heißes Wasser als Getränk etwa in China so verbreitet ist, hat kulturelle und historische Gründe. Früher musste Wasser abgekocht werden, um trinkbar zu sein. Dazu kommt, dass kaltes Wasser in der traditionellen chinesischen Medizin als Belastung für den Körper gilt. Warmes Wasser soll hingegen gut für den Energiefluss des Körpers sein.
Influencerinnen und Influencer bewerben den Trend mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen. So soll heißes Wasser der Verdauung helfen, die Haut strahlen lassen, für mehr Energie sorgen und auch beim Abnehmen helfen. Ist erhitztes Wasser also die gesundheitliche Wunderwaffe schlechthin?

Heißes Wasser zu trinken, hat wohl vor allem einen psychologischen Effekt
Grundsätzlich macht der Körper was die reine Flüssigkeitszufuhr angeht keinen Unterschied zwischen kaltem und heißem Wasser. Ansonsten sind die tatsächlichen gesundheitlichen Vorteile umstritten. So gibt es zwar Studien, die darauf hindeuten, dass Wärme die Durchblutung im Verdauungssystem fördert. Der Effekt ist allerdings eher marginal. Dennoch berichten unter anderem auf Social Media viele, dass heißes Wasser bei ihnen Blähungen und Verstopfungen gelöst habe. Vor allem am Morgen soll ein Glas den Darm und damit die Verdauung sanft anregen.
Wissenschaftliche Belege für eine deutliche Ankurbelung des Stoffwechsels oder eine geförderte Gewichtszunahme gibt es ebenfalls nur bedingt. Dafür erweitert Wärme allerdings erwiesenermaßen die Blutgefäße, was zu einem Entspannungseffekt führt. Dieser soll durch das Trinken von erhitztem Wasser etwa im Gegensatz zu einem Bad abgeschwächt sein. Dennoch berichten viele von einer beruhigenden Wirkung.
Was aber am Ende ausschlaggebend sein dürfte, ist das individuelle Gefühl. Heißes Wasser ist für viele aufgrund des geringeren Unterschieds zur Körpertemperatur schlicht angenehmer zu trinken. Wenn das dazu führt, dass man seinen Flüssigkeitshaushalt besser unter Kontrolle hat, dann ist das automatisch gut für die Gesundheit. Wichtig ist, dass man Wasser dabei auf eine angenehm trinkbare Temperatur abkühlen lässt, da zu heiße Flüssigkeiten potenziell gesundheitsschädigend sein können; so wurde unter anderem ein Zusammenhang mit Speiseröhrenkrebs festgestellt.
