Wer nach 10 Uhr frühstückt, lebt laut Studie gefährlicher

Einige Essenszeiten sind für den Körper besser als andere. Eine Studie legt nun nahe, dass ein zu spätes Frühstück sogar langfristig schädlich sein kann.
Wer nach 10 Uhr frühstückt, lebt laut Studie gefährlicher
iStock / Tinatin1

Manche Menschen sind Frühaufsteher und bereits um 7 Uhr morgens wach und munter, andere schlafen lieber länger, um dann gegen 10 Uhr energiegeladen in den Tag zu starten. Das hängt von den sogenannten Chronotypen ab, oft ist auch von einer „inneren Uhr“ die Rede. Abgeleitet davon unterscheiden sich allerdings auch die Frühstückszeiten vieler Leute. Während einige schon sehr früh am Morgen Nahrung zu sich nehmen, tun das andere erst weit später – oder frühstücken überhaupt nicht.

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Dass der Zeitpunkt einer Mahlzeit mitunter genauso wichtig sein kann wie ihr Inhalt, haben Studien bereits mehrfach belegt. Nun zeigt eine neue Untersuchung, dass sich bestimmte Essenszeiten langfristig auf das Sterberisiko und die Lebenserwartung auswirken können.

Essenszeiten wirken sich laut Studie auf Sterblichkeit aus

Im Rahmen der besagten Studie wertete ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Daten von mehr als 31.000 Erwachsenen ab einem Alter von 40 Jahren aus; es handelt sich also um eine sogenannte Kohortenstudie. Die Daten stammten aus der langfristigen US-amerikanischen Gesundheitsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) und wurden bereits zwischen 1999 und 2018 erhoben. Dabei wurde unter anderem mittels eines 24-Stunden-Ernährungsprotokolls festgehalten, wann die untersuchten Personen jeweils ihre Mahlzeiten zu sich nahmen.

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Über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 8,6 Jahren wurden insgesamt 7.129 Todesfälle registriert. Eine Untersuchung der Ernährungsdaten zeigte einen Zusammenhang zur Uhrzeit, zu der die Verstorbenen ihr Frühstück im Schnitt eingenommen hatten. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein spätes Frühstück ein erhöhtes Risiko mit sich bringt.

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Ein frühes Frühstück kann positive Effekte haben

Dafür wurden verschiedene Zeitfenster miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Personen, die die erste Mahlzeit – in der Regel das Frühstück – zwischen 7 und 8 Uhr morgens zu sich nahmen, das geringste Risiko aufwiesen, innerhalb des Testzeitraums zu sterben; in dieser Gruppe gab es also die wenigsten Todeszahlen.

Fand das Frühstück hingegen zwischen 8 und 10 Uhr statt, stieg das Risiko um zehn Prozent an. Bei ersten Mahlzeiten zwischen 10 und 12 Uhr war das Risiko sogar um 19 Prozent erhöht. Das höchste Risiko hatte die Gruppe, die erst nach 12 Uhr etwas aß; hier lag das Risiko um 29 Prozent höher. Darüber hinaus lag das Risiko, konkret an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei dieser Gruppe um 46 Prozent höher.

Gut gedeckter Frühstückstisch
iStock / LauriPatterson

Abendessenszeit ist ebenfalls gesundheitsrelevant

Auch die Abendessenszeiten wurden in der Studie ausgewertet und auch dabei zeigten sich klare Zusammenhänge. Den Daten zufolge liegt die optimale Zeit für die letzte Mahlzeit des Tages zwischen 19 und 20 Uhr abends; diese Gruppe hatte im Vergleich das geringste Sterberisiko. Personen, die vorher zu Abend aßen, wiesen ein erhöhtes Risiko von 13 Prozent auf.

Spätere Essenszeiten wirkten sich ebenfalls nachteilig aus. So hatten Personen, die erst nach Mitternacht aßen, ein 27 Prozent höheres Sterberisiko und im Bereich des Todes durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung lag das Risiko sogar um 51 Prozent höher.

Was die Studienergebnisse für den Alltag bedeuten

Zu diesen Daten muss einordnend hinzugefügt werden, dass andere Faktoren nur bedingt berücksichtigt wurden. So wurde in der Kohortenstudie lediglich eine Korrelation zwischen den Essenszeiten und dem Sterberisiko untersucht. Durch das Vorgehen wurde nicht untersucht, ob sich Menschen, die früh frühstücken, auch noch in anderen Punkten von Menschen unterscheiden, die das nicht tun.

Zudem wurden die Essenszeiten anhand einer 24-Stunden-Ernährungsbefragung als Maßstab genommen; es wurde also nicht über all die Jahre überprüft, ob die Personen tatsächlich immer zu genau diesen Uhrzeiten gegessen haben. Dennoch kann man grundsätzlich ableiten, dass die Uhrzeiten, zu denen eine Mahlzeit eingenommen wird, Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Man sollte entsprechend der Ergebnisse darauf achten, nicht zu spät zu frühstücken und gleichzeitig einen guten Zeitpunkt für das Abendessen zu finden.