Schlaf ist enorm wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit. Ob die Nachtruhe „gut“ ist, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: der Temperatur, der Position, wann zuletzt gegessen oder Kaffee getrunken wurde. Entscheidend sind allerdings auch die Dauer, die optimalerweise zwischen sieben und acht Stunden liegen sollte, und der Rhythmus.
Vor allem Letzterer ist ein häufig unterschätzter Faktor, obwohl er sehr relevant ist – nicht nur für die Qualität des Schlafes, sondern auch für die allgemeine Gesundheit. Das zeigt auch eine neue Studie der finnischen Universität Oulu. Diese hat einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren abgedeckt und den Schlaf von 3231 Frauen und Männern analysiert.
Dabei wurde untersucht, wie sich sowohl die Dauer als auch die Regelmäßigkeit des Schlafs auf das kardiovaskuläre Risiko auswirken. Gemeint ist die individuelle Wahrscheinlichkeit, in den kommenden Jahren eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Neben dem Schlaf selbst wurden dafür Faktoren wie die Cholesterinwerte und der Blutzucker beobachtet.
Studie untersuchte Entwicklung über zehn Jahre
Auch die körperliche Aktivität und der generelle körperliche Zustand wie etwa das Gewicht wurden mit einbezogen. Zudem waren Schichtarbeiterinnen und -arbeiter von der Studie ausgeschlossen, da diesbezüglich bereits belegt ist, dass sich das auf mehrere Gesundheitsbereiche negativ auswirkt.
Mehrere Tage trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann einen Tracker bei sich, der den Schlaf aufzeichnete. Im Anschluss wurde ausgewertet, wer in den kommenden zehn Jahren ein sogenanntes schweres Herz-Kreislauf-Ereignis wie etwa einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erlitt.

Ein stabiler Schlafrhythmus ist wichtig
Von den 3231 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam es bei 128 zu einem entsprechenden Ereignis. Dabei fiel auf: Menschen mit einem unregelmäßigen Schlafrhythmus und einer durchschnittlichen Schlafenszeit von weniger als 7 Stunden und 56 Minuten hatten ein doppelt so hohes Risiko.
Als unregelmäßig galt in der Studie bereits ein Rhythmus, der innerhalb einer Woche um zwei Stunden schwankte. Dabei war der Zeitpunkt des Einschlafens wesentlich relevanter als der des Aufwachens. Die Studie legt also nahe, dass ausreichend Nachtruhe auch bedeutet, dass man einen regelmäßigen Rhythmus beibehält und vor allem abends eine ungefähre Zubettgehzeit einhält.
Allerdings betonen die Forscherinnen und Forscher auch, dass die Untersuchung kein Beweis für einen direkten Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung darstellt. So können etwa auch andere Faktoren eine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben, die häufig bei Personen mit unregelmäßigem Schlafrhythmus auftreten.

