Bei Alzheimer handelt es sich um eine hirnorganische Krankheit, die zum Abbau der Nervenzellen führt. Dadurch kommt es zu zunehmenden geistigen Einschränkungen der betroffenen Patientinnen und Patienten. So gehören „Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit“ zu den Folgen, wie die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft erklärt. Als größter Risikofaktor gilt dabei das Alter; typischerweise tritt die Krankheit erst ab dem 65. Lebensjahr auf. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre. Es kann alledings vorkommen, dass auch jüngere Personen unter dieser Form der Demenz leiden.
Eine der Betroffenen ist die 47-jährige Staci Marklin, die zusammen mit ihrer Familie in Knoxville, Tennessee, lebt. Sie bekam die Diganose völlig unerwartet etwa zwei Jahre nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Aufgrund des Krankheitsbildes von Alzheimer verwechselte sie erste Symptome mit einer sogenannten „Schwangerschaftsdemenz“. Dabei kommt es der „AOK“ zufolge bedingt durch die außergewöhnliche Hormonlage bei (werdenden) Müttern zu Vergesslichkeit und teilweise auch zu Gedächtnisverlust. Auch die einsetzende Menopause zog sie in Betracht. Im Fall von Staci Marklin steckte allerdings weit mehr dahinter.

Prognosen gehen davon aus, dass sie Alzheimer-Zahlen in den kommende Jahrzehnten deutlich steigen werden
Die 47-Jährige teilte ihre Geschichte öffentlich auf TikTok, um andere Leute auf die frühe Alzheimerform aufmerksam zu machen und zu warnen. Die ersten Anzeichen beschreibt sie als subtil. So habe sie angefangen, bestimmte Wörter zu vertauschen. „Ich habe dann zum Beispiel ‚den Teppich zurückziehen‘ gesagt, anstatt ‚den Vorhang öffnen‘“, erklärt sie in ihrem Video. Rückblickend sei für sie schwer zu sagen, wann die Symptome tatsächlich zum ersten Mal aufgetreten seien, zumal ihr die Auswirkungen zunächst nicht so gravierend vorgekommen seien.
Allerdings begannen sich die Dinge rasch zu verschlimmern. „Es gab plötzlich Zeiten, da verschwanden Dinge einfach aus meinem Gedächtnis“, erkärt Staci Marklin. „Jemand fragte mich einmal nach einem Kollegen, und ich hatte absolut keine Ahnung, von wem die Rede war. Ich konnte an der Art, wie sie sprachen, erkennen, dass es jemand war, den ich kennen sollte“, berichtet sie. Erst später sei ihr klargeworden, dass es sich um einen Kollegen gehandelt habe, mit dem sie bereits sehr eng zusammengearbeitet hatte. Das sei für sie der Auslöser gewesen, um etwas Ernsteres wie Alzheimer in Betracht zu ziehen, zumal auch ihre Großmutter an der Krankheit litt, weshalb sie die Symptome kannte.

Staci Marklin will bewusst mit ihrer Erkrankung umgehen und Sichtbarkeit schaffen
Schnell war die Mutter nicht mehr in der Lage, zu arbeiten und suchte schließlich einen Arzt auf, um mehrere Tests durchführen zu lassen. Den Moment, als sie danach zusammen mit ihrem Mann ihre Alzheimer-Diagnose erhielt, beschreibt sie als sehr emotional: „Wir haben zusammen geweint und wussten, dass nichts jemals wieder so sein würde wie vorher.“
Staci Marklin geht offen mit ihrer Krankheit um – um aufzuklären und Stigmata abzubauen. Zudem versucht sie, möglichst viele schöne Erinnerungen mit ihrer Familie zu sammeln und sie nimmt regelmäßig Videobotschaften auf, damit ihr Mann und ihre Kinder sich irgendwann an sie erinnern können.
