Frankreich meldet ersten Ebola-Fall: Wie groß ist die Gefahr?

Der Ebola-Ausbruch im Kongo hält die Welt in Atem. Nun hat Frankreich den ersten Fall gemeldet. Was ist bekannt und wie groß ist die Gefahr für eine Ausbreitung?
Frankreich meldet ersten Ebola-Fall: Wie groß ist die Gefahr?
Shutterstock / Flabygasted

Seit Wochen gilt in der Demokratischen Republik Kongo der Gesundheitsnotstand, weil dort das Ebola-Virus vermehrt aufgetreten ist. Auch in Deutschland wurde in diesem Zusammenhang ein Patient erfolgreich in der Charité behandelt und dann Anfang Juni aus dem Krankenhaus entlassen. Nun meldet allerdings das Nachbarland Frankreich mitten während der auch dort wütenden Hitzewelle einen ersten Fall. Was ist bekannt?

Erster Ebola-Fall in Europa offiziell bestätigt

In Frankreich ist Medienberichten zufolge nun ein Arzt betroffen, der sich im Kongo aufgehalten und gerade zurückgekehrt war. Der Betroffene ist laut Behörden umgehend isoliert worden und soll sich aktuell in Festland-Frankreich aufhalten; mehr Details wurden diesbezüglich nicht preisgegeben.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wurde am 15. Mai gemeldet. Seitdem ist die Anzahl der Fälle in dem zentralafrikanischen Land auf mehr als 1.000 angestiegen. Das von dem Virus ausgelöste Fieber ist lebensbedrohlich; bislang sind 277 Todesfälle bekannt.

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Ebola-Helfer in der Demokratischen Republik Kongo mit Schutzkleidung
picture alliance

Symptome und Verlauf bei Ebola

Bei Ebola-Viren handelt es sich um sogenannte zoonotische Viren. Ein Ausbruch beginnt meist durch eine Tier-zu-Mensch-Übertragung. Anschließend können sich aber auch Menschen über Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Schweiß oder Ähnliches untereinander anstecken. Eine Ansteckung via Tröpfcheninfektion über die Luft wie etwa bei Corona ist jedoch nicht möglich.

Die ersten Symptome ähneln dabei dem RKI zufolge denen eines grippalen Infekts. Dazu gehören Müdigkeit, Fieber und Gliederschmerzen. Nach drei bis zehn Tagen können auch Schmerzen im oberen Bauchbereich sowie starke Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen.

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Weitere Symptome im Krankheitsverlauf sind „Rötung der Bindehaut, Ausschlag, Kopf- und Brust­schmerzen, Gelenk- und Muskel­schmerzen, Schluck­beschwerden, innere und äußere Blutungen (Hämorrhagien), Verwirrtheit, Krämpfe und Atemnot“, so das RKI.

Wie ist das Risiko in Europa einzuschätzen?

Bei einer unbehandelten Ebola-Erkrankung liegt die Sterblichkeit zwischen 30 und sogar 90 Prozent. Das liegt daran, dass der Körper das eigene Immunsystem quasi komplett ausschaltet, was massive Entzündungsreaktionen auslöst, die letztlich zu Organversagen führen.

Anders als bei dem Ebola-Patienten der Charité im Mai, der für die Behandlung extra eingeflogen wurde, handelt es sich bei dem Fall in Frankreich nun um den ersten seiner Art, der seit dem Beginn der aktuellen Epidemie außerhalb des afrikanischen Kontinents gemeldet wurde.

Trotzdem gilt die Ansteckungsgefahr in Europa weiterhin als sehr gering. Das betonte auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. „Es besteht kein Grund zur Panik“, sagte er in einer Pressekonferenz, die von mehreren Medien übereinstimmend zitiert wurde.