Ebola-Ausbruch in Afrika: WHO ruft Notstand aus

In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus aus. Die WHO hat nun reagiert und den Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite ausgerufen. Was über die seltene Bundibugyo-Variante bekannt ist.
Ebola-Ausbruch in Afrika: WHO ruft Notstand aus
picture alliance

In der Demokratischen Republik Kongo ist es zu einem neuen Ebola-Ausbruch gekommen. Die WHO hat mittlerweile einen „Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Auch das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in betroffene Regionen.

Seit Tagen blicken Behörden mit großer Sorge auf die Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Bislang gibt es über 300 Verdachtsfälle und am Samstag wurden rund 80 mutmaßliche Todesfälle bekannt. Allerdings vermuten Experten, dass weitaus mehr Menschen betroffen sein könnten. Die WHO warnte, „dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet“.

Vermummte Personen stehen auf einem Weg vor Palmen und schützen sich gegen Ebola
picture alliance

WHO warnt: Seltene Ebola-Variante Bundibugyo ausgebrochen

Zudem sollen sich die Infektionen bereits weiter ausbreiten. Auch in Uganda sind erste Ebola-Patienten registriert worden. Die meisten Betroffenen sind zwischen 20 und 39 Jahre alt. Mehr als 60 Prozent sind weiblich, erklärte der Gesundheitsminister vor Ort. Untersuchungen sollen nun zeigen, wo die Epidemie ihren Ursprung hat. Der erste nachgewiesene Fall war ein Krankenpfleger aus Bunia. Der mutmaßliche Ursprung soll sich jedoch 90 Kilometer entfernt in Mongbwalu befinden.

Anzeige

Es handelt sich um die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Diese seltenere Variante ist nun zum dritten Mal in Afrika ausgebrochen. Der Subtyp trat erstmals im Jahr 2007 in Uganda auf. Da dieser Stamm so selten ist, gibt es bisher keinen Impfstoff und auch keine Therapie. Wie das US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH erklärte, hat der Stamm jedoch mit 37 Prozent eine niedrigere Sterblichkeitsrate als der häufiger vorkommende Zaire-Stamm mit 90 Prozent.

Das Auswärtige Amt warnt nicht nur vor einer Reise, es wurden auch Verhaltensregeln für Personen herausgegeben, die sich bereits vor Ort befinden. Die Ansteckung mit Ebola erfolgt insbesondere durch direkten Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten. Betroffene leiden an grippeähnlichen Symptomen und entwickeln später Magendarmbeschwerden und Hautausschlag. In schweren Fällen kommt es zu einem hämorrhagischen Fieber mit äußeren und inneren Blutungen sowie einem Multiorganversagen.

Anzeige