Bier hat in Deutschland Kultstatus; es gibt mehrere tausend Marken. Allerdings ist der Absatz von klassischem Bier seit Jahren rückläufig – während alkoholfreies Bier immer mehr getrunken wird. Das liegt unter anderem daran, dass es als gesunde Alternative gilt.
Auf den ersten Blick scheint das auch logisch, immerhin wird Alkohol mit diversen gesundheitlichen Risiken verbunden. So wurde unter anderem ein Zusammenhang mit sieben Krebsarten festgestellt, Gehirn und Herz-Kreislauf-System leiden darunter und es besteht die Gefahr der Abhängigkeit. Das ist bei alkoholfreiem Bier nicht so. Aber ist das Getränk deshalb automatisch gesund?
Alkoholfreies Bier birgt versteckte Risiken
Diese Frage kann aus wissenschaftlicher Sicht recht klar mit Nein beantwortet werden. Grundsätzlich lohnt sich auch bei alkoholfreiem Bier ein Blick auf die Nährwerttabelle. Denn alkoholfreies Bier enthält oft noch eine nicht unerhebliche Menge an Maltose, also Malzzucker.
Normalerweise wird dieser bei der Gärung in Alkohol umgewandelt. Da der Gärungsprozess allerdings vorzeitig unterbrochen wird, verbleibt auch mehr Zucker im Getränk. Durch den Zuckergehalt enthält alkoholfreies Bier oft auch mehr Kalorien, als den meisten bewusst ist. Das birgt mehrere Risiken.

Studie zu Blutzucker und Blutfetten
Zum einen muss man aufpassen, nicht unbewusst zu viele Kalorien und zu viel Zucker mit dem Getränk zu sich zu nehmen, was langfristig etwa zu Übergewicht führen kann. Allerdings fühlen sich einige durch den fehlenden Alkohol dazu verleitet, eher mehr davon zu trinken. Das kann einer Studie zufolge ernste Folgen haben.
Denn wie ein Team der Ruhr-Universität in Bochum festgestellt hat, kann sich bei regelmäßigem Konsum etwa der Nüchternblutzucker erhöhen und auch die Blutfette verschlechtern. Das erhöht wiederum das Risiko, an Diabetes zu erkranken. In derselben Studie zeigte sich zudem, dass durch Pils der Langzeitblutzuckerwert steigt, Weißbier kurbelt hingegen die Insulinproduktion an und erhöht ebenfalls die Blutfettwerte.
Allerdings muss bei besagter Studie unter anderem berücksichtigt werden, dass die Testgruppe mit 44 Personen recht klein war. Zudem handelte es sich ausschließlich um junge Männer und auch der untersuchte Zeitraum fiel mit vier Wochen vergleichsweise kurz aus. Dennoch mahnen zahlreiche Expertinnen und Experten, dass man alkoholfreies Bier nicht in großen Mengen regelmäßig genießen sollte.
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Alkoholfreies Bier ist trotzdem die bessere Variante
Das betrifft im Übrigen nicht nur alkoholfreies Bier, sondern generell alkoholfreie Alternativen, die ein konkretes alkoholisches Getränk ersetzen sollen. Zwar enthalten nicht alle nennenswerte Mengen an Zucker – wie übrigens auch nicht automatisch jedes alkoholfreie Bier; ein Blick auf die Nährwerte lohnt sich also.
Man muss aber grundsätzlich aufpassen, denn auch als „alkoholfrei“ ausgewiesene Getränke können noch minimal Restalkohol enthalten. Außerdem können sie aufgrund ihres Geschmacks ebenfalls das Suchtgedächtnis ansprechen oder beispielsweise Kinder und Jugendliche frühzeitig an den Geschmack gewöhnen. Aufpassen müssen zudem Personen mit Gicht. Vor allem alkoholfreies Weizenbier ist extrem purinreich, was akute Anfälle auslösen kann.
Allerdings kann man festhalten, dass alkoholfreies Bier in jedem Fall gesünder ist als die Variante mit Alkohol. Zudem enthält Alkohol ebenfalls Kalorien, weshalb klassisches Bier unterm Strich immer noch kalorienreicher ist als die alkoholfreie Alternative. Diese darf man nur nicht als Wasserersatz verstehen; solange man sie in Maßen genießt und die Nährwerte im Blick hat, ist aber alles in Ordnung.

