„Meine neue Lieblingsserie“: KI-Clip von „The Office“ geht viral

Einmal noch zu Dunder Mifflin zurückkehren: Ein täuschend echtes KI-Video bringt die Stars aus „The Office“ zurück – und das Netz streitet, ob das nun genial oder der Untergang des Urheberrechts ist.
„Meine neue Lieblingsserie“: KI-Clip von „The Office“ geht viral
picture alliance

The Office“ ist eine der erfolgreichsten und populärsten Serien aller Zeiten. Die Comedy-Serie lief von 2005 bis 2013 und umfasst rund 200 Folgen. Damit ist sie weitaus erfolgreicher als ihre eigentliche Vorlage aus Großbritannien. Viele Zitate aus der Serie sind legendär, sie diente zudem als Vorlage für zahlreiche Memes und hat damit die Popkultur im Internet maßgeblich geprägt.

An diesem Punkt setzt nun auch Künstliche Intelligenz an. Im Netz sind KI-generierte Inhalte längst Alltag. Egal ob Texte, Bilder oder Videos: Für viele ist das inzwischen selbstverständlich. Und je besser die Technologie wird, desto weniger kann man den Unterschied erkennen.

Während viele Expertinnen und Experten deshalb Alarm schlagen, bilden sich auf der anderen Seite diverse Subkulturen, die mit der Technologie herumspielen. So sorgen aktuell einige KI-generierte Videos zu „The Office“ für Aufsehen und Diskussionen.

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„The Office“ meets Claude

Ausgelöst wurde diese Diskussion von einem Post der Kreativagentur Mom Agency auf der Plattform X. Diese hat mittels KI eine Szene simuliert, in der die beliebten Charaktere aus „The Office“ mit der KI Claude von Anthropic interagieren. Dabei präsentiert Büroleiter Michael Scott (Steve Carell) auf einem alten Dell-Laptop die Anwendung. In üblicher Mockumentary-Manier kommentieren Dwight Schrute (Rainn Wilson) und Pam Beesly (Jenna Fischer) das Geschehen. Am Ende ist das bekannte Intro zu sehen und zu hören.

Ob Claude auch an der Erstellung des Clips wie etwa beim Skript beteiligt war, geht aus dem Post nicht hervor, genauso wenig, welches Modell die visuellen Inhalte erstellt hat. Auch auf Nachfrage macht die Agentur dazu keine Angaben. Der Beitrag wurde mehr als 13 Millionen Mal gesehen und vielfach repostet sowie kommentiert.

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KI-Werke verstoßen oft gegen Urheberrechte

Vielfach kann man begeisterte Reaktionen lesen. Kommentare wie „Davon brauche ich ganze Episoden“ oder „Das ist meine neue Lieblingsserie“ finden sich zuhauf. Viele freuen sich auch einfach, „neuen“ Content von „The Office“ zu bekommen, dessen Serienfinale inzwischen vor bereits 13 Jahren ausgestrahlt wurde. „Endlich mal was Sinnvolles von der KI“, kommentiert eine Person wohlwollend.

Es gibt allerdings auch deutlichen Gegenwind. „Das ist eine Verletzung geistiger Eigentumsrechte“, mahnt etwa ein Nutzer. „Zur Hölle nein“, schreibt eine andere Person. „Das ist beeindruckend und lustig, aber auch gruselig“, fasst jemand seinen Gemütszustand zusammen.

Hauptkritikpunkt ist für die meisten, dass eine Abwandlung beliebter Serien wie „The Office“ durch KI im Nachhinein großen Schaden anrichten und das ursprüngliche Werk abwerten könnte. Daraus entspinnt sich auf X teilweise eine Grundsatzdebatte.

Serien wie „The Office“ können durch KI nachträglich verändert werden

„Ich sehe durchaus einen Anwendungsfall dafür, dass KI die Lieblingsfernsehserien aller Leute verlängert, sodass sie nie enden“, schreibt jemand und bekommt dafür viel Zuspruch. In einem solchen Szenario wären diverse Fan-Enden zu beliebten Serien denkbar, die mit den Fähigkeiten von generativer KI zunehmend authentisch wirken.

Teilweise gibt es das auch bereits, was schon zu einigen Rechtsstreitigkeiten geführt hat. Ein beliebter Kandidat für entsprechende Projekte ist die Serie „Game of Thrones“. Sie zählt zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten, das Finale ist allerdings sehr unbeliebt. Deshalb wurden bereits einige KI-Videos, vor allem aber KI-Texte erstellt, die ein anderes Ende in Aussicht stellen.

In den USA führte das zu einer Sammelklage mehrerer Autorinnen und Autoren, die darin einen Verstoß gegen das Urheberrecht sahen. Verklagt wurden dabei allerdings nicht die Fans, sondern OpenAI und Microsoft, deren Modelle unter anderem auch mit den „Game of Thrones“ zu Trainingszwecken gefüttert worden waren. Auch zu Serien wie „How I Met Your Mother“ oder „Lost“, deren Ende auch mehr als 15 Jahre nach der Veröffentlichung noch für Diskussionen sorgt, kursieren bereits alternative KI-Enden im Netz.