Bunkerfinder-App: Anwendung soll zeigen, wo man im Notfall Schutz findet

Die Bundesregierung arbeitet an einem tragfähigen Bunkerkonzept für den Notfall. Dazu gehört offenbar auch eine App, die im Notfall den nächsten Schutzraum zeigen soll. Allerdings kommt es zu deutlichen Verzögerungen.
Bunkerfinder-App: Anwendung soll zeigen, wo man im Notfall Schutz findet
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Für den Ernstfall arbeitet der Katastrophenschutz unter anderem an einem neuen Bunkerplan. Dazu gehört zum einen, dezentrale Schutzmöglichkeiten zu sondieren. Dafür kann noch auf einige alte Bunker aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs zugegriffen werden. Vor allem aber geht es um andere, unterirdische Teile der Infrastruktur wie U-Bahnhöfe, Keller oder Tiefgaragen, die im Zweifel schnell zu erreichen sind.

Denn heutzutage wären die Vorwarnzeiten bei einem Angriff deutlich kürzer als früher. Städte und Gemeinden sollen geeignete Orte identifizieren und an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Zum anderen gibt es Pläne, wie man die Bevölkerung im Notfall über diese Schutzräume schnell und niedrigschwellig informieren kann. Teil dieses Plans ist eine Bunkerfinder-App fürs Smartphone. Diese soll dann den schnellsten Weg zu einem Schutzraum weisen.

Reichsbahnbunker in Berlin von außen
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Alte Bunker können teilweise wiederverwendet werden, es braucht aber auch zahlreiche neue Schutzräume

In dieser App sollen eben nicht nur klassische Bunker angezeigt werden, sondern alle als Schutzräume geeigneten Örtlichkeiten. Dafür braucht es aber eine detaillierte Übersicht über alle zur Verfügung stehenden Gebäude, auch im privaten Bereich. Und die fehlt bislang. Eigentlich war ein entsprechender Plan bereits für den Sommer vergangenen Jahres angekündigt worden. Die Frist wurde dann auf Ende 2025 verschoben – um erneut nicht eingehalten zu werden. Dafür gibt es unter anderem Kritik vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB). Gegenüber „Bild“ wurde unter anderem das Statement abgeben: „Die Verschiebung des Schutzraumkonzeptes sorgt unnötig für Unsicherheit.“

Und es gibt auch Kritik an der Ausstattung und Planung. So merkt etwa Ulrike Mohrs, Katastrophenschutz-Vorsitzende im Deutschen Städtetag, an, dass die Prozesse nicht schnell genug vorangehen und zudem entscheidende Informationen fehlen würden. So würden den Städten und Kommunen teilweise klare Vorgaben fehlen, um entsprechende Bunker und Schutzräume zu schaffen und auszustatten. Dabei geht es etwa um Feldbetten, Toiletten und Vorräte. Gleichzeitig würden Mittel aus dem Bundeshaushalt fehlen.

Diese Planungsverzögerungen machen sich auch bei der Bunkerfinder-App bemerkbar. Wann genau diese an den Start gehen soll, ist nicht bekannt. Im Gespräch ist allerdings auch eine vergleichbare Funktion für die bereits bestehende Notfall-App NINA. Zusätzlich soll die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden, um sich falls möglich eigene Schutzräume zu schaffen.