Wer am gestrigen späten Abend und auch noch in der Nacht versucht hat, auf eine .de-Seite zuzugreifen, hatte in den meisten Fällen Pech. Denn Millionen Websites waren teilweise über Stunden wegen einer großflächigen Internetstörung nicht erreichbar. Inzwischen wurde das Problem zwar durch die zuständige Firma Denic behoben.
Allerdings reiht sich der Vorfall in eine Reihe weiterer Ereignisse ein, bei denen es zu großflächigen Server-Ausfällen und Internetproblemen kam. Auch Stromausfälle kommen immer wieder vor, wie etwa Anfang des Jahres in Berlin oder im November in Paris. Das führt jedes Mal wieder eindrücklich vor Augen, wie abhängig der moderne digitale Alltag von der Funktionsfähigkeit des Internets ist, und viele stellen sich in diesem Zuge die Frage, ob solche Ausfälle zur neuen Normalität gehören.
Grund für großflächige Internetstörung war offenbar eine fehlerhafte Signatur
Im aktuellen Fall ging es konkret um .de-Seiten. Ausländische Websites waren hingegen nicht betroffen. Adressen mit der Domain „.de“ sind beim sogenannten deutschen Network Information Center (kurz Denic) registriert. Bei dieser Genossenschaft kam es offenbar in der Nacht zu einem Ausfall des Domain Name Systems (DNS), das auch als „Adressbuch“ bezeichnet wird.
Der Name rührt daher, dass das System bei der Eingabe einer Internetadresse die Anfrage an den entsprechenden Server weiterleitet. Der Fehler, der dann zu massenhaften Internetstörungen führte, bestand Expertinnen und Experten zufolge darin, dass die Server der Denic plötzlich neue Signaturen ausgegeben hatten, die dann allerdings nicht funktionierten und so eine Verknüpfung zu den eigentlichen Domains verhinderten.
Spekulationen, dass dahinter ein Cyberangriff stecken könnte, wurde inzwischen klar widersprochen. Fest steht zudem, dass alle Provider und damit Millionen Nutzerinnen und Nutzer betroffen waren. Dazu finden sich zahlreiche Einträge in sozialen Netzwerken, die in der Regel über andere Domains laufen und deshalb von den Störungen verschont geblieben sind.

Künftiges Risiko für Großstörungen bleibt bestehen
Grundsätzlich ist die digitale Infrastruktur weltweit und auch in Deutschland über die Jahre robuster geworden. Allerdings ist sie auch massiv gewachsen, was die Anzahl potenzieller Probleme erhöht. Auch Großstörungen wie im aktuellen Fall können deshalb häufiger auftreten. Neben aktuellen Problemen mit .de-Seiten sorgte in diesem Zusammenhang etwa ein weltweiter AWS-Fehler im Herbst 2025 für Aufsehen, der dafür sorgte, dass vielgenutzte Anwendungen wie Tinder oder Snapchat nicht mehr funktionierten.
Bekannt ist auch der Crowdstrike-Vorfall aus dem Jahr 2024, bei dem ein fehlerhaftes Update einer Sicherheitsfirma zu massiven Problemen bei zahlreichen Windows-Nutzerinnen und -Nutzern führte. Die gute Nachricht: In der Regel wird enorm schnell auf solche großflächigen Internetstörungen reagiert und die Digitalisierung eröffnet grundsätzlich zahlreiche Möglichkeiten.
Auf der negativen Seite steht allerdings der entscheidende Aspekt, dass die Abhängigkeit von digitalen Systemen weiterhin steigt. Das führt auch zu einem ebenfalls steigenden Risiko im Falle eines Ausfalls, der verschiedene Bereiche der kritischen Infrastruktur massiv treffen kann. Solche Störungen sind in der Vergangenheit bereits mehrfach aufgetreten und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

