2 simple Gründe, warum der PlayStation-Boykott auf ganzer Linie gescheitert ist

Es sollte ein großer Boykott der Spieler werden, am Ende hat die Aktion „PlayStation Blackout“ aber möglicherweise genau das Gegenteil bewirkt.
2 simple Gründe, warum der PlayStation-Boykott auf ganzer Linie gescheitert ist
Shutterstock / pamela ranya

PlayStation-Spielerinnen und -Spieler waren Ende August zu einem Boykott des japanischen Sony-Konzerns aufgerufen worden. Unter dem Namen „PlayStation Blackout“ sollten für eine Woche die Konsolen ausgeschaltet bleiben, um ein Zeichen zu setzen und den Konzern in seinen digitalen Strategien zum Umdenken zu bewegen.

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Nun zeigen Auswertungen allerdings, dass das Ziel des Boykotts weit verfehlt wurde. Die Gründe dafür sind wohl vielfältig. Allerdings könnte die gesamte Aktion auf diese Weise eher das Gegenteil dessen erreichen, wofür sie ursprünglich gedacht war.

Worum ging es bei dem Sony-Boykott?

Sony kündigte im Juli dieses Jahres einen großen Schritt an. Ab 2028 will der Hersteller keine physischen Discs mehr neu produzieren. Damit bestätigt sich eine der wesentlichen Bewegungen des Gaming-Markts – weg von physischen Datenträgern hin ins Digitale. Denn längst zocken die meisten Spielerinnen und Spieler ihre Titel nur noch digital, im Falle der Sony-Konsole über den PlayStation Store.

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Und genau da liegt in den Augen vieler Spielerinnen und Spieler, aber auch zahlreicher Expertinnen und Experten, das Problem. Denn anders als etwa beim PC, wo es zwar mit Steam einen absoluten Platzhirsch gibt, aber dennoch zahlreiche Alternativen zur Verfügung stehen, ist das bei der PlayStation nicht der Fall.

Stattdessen führt der einzige Weg über den hauseigenen Store von Sony, wo das Unternehmen dann entsprechend auch alleine die Preise bestimmen kann. Sony widerspricht Vorwürfen des Preismonopols, allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass PlayStation-Spiele im Schnitt mehr kosten als auf dem PC.

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Aufmerksamkeit auf Social Media bedeutet nicht gleichzeitig Erfolg

Diese aufgeheizte Gemengelage führte dann schließlich zur Aktion „PlayStation Blackout“. Vom 23. bis zum 30. August wurden Spielerinnen und Spieler aufgefordert, die Konsole nicht zu benutzen und auch keine neuen Titel zu kaufen. Dieses Ziel wurde in der breiten Masse allerdings deutlich verfehlt. Auswertungen mit Blick auf den US-Markt zeigen, dass die Nutzungszahlen im anvisierten Zeitraum absolut stabil waren.

Der Boykott-Aufruf erhielt zwar viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, daraus resultierte aber ganz offensichtlich kein direkter Erfolg des Projekts. Das war vorab bereits vermutet worden, hat sich nun allerdings recht drastisch bestätigt, wie auch aus Zahlen des bekannten Branchenanalysten Mat Piscatella hervorgeht. Das könnte in diesem Fall vor allem am Timing liegen.

PlayStation-Boykott mit ungünstigem Zeitplan

Ende August fand unter anderem mit der Gamescom in Köln eine der größten Spielemessen der Welt statt. Diese stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der „The Witcher 3“-DLCs, aber auch darüber hinaus wurden wieder zahlreiche Trailer gezeigt und Spiele angekündigt und es sind Titel wie „Resonance: A Plague Tale Legacy“ erschienen. In dasselbe Zeitfenster fiel die Präsentation des ersten ausführlichen Gameplays von „GTA 6“. Das ist prädestiniert dafür, dass sich Spielerinnen und Spieler anschließend einloggen, um das Spiel vorzubestellen.

Die Aktion zeigt also vor allem, dass die Spielerschaft zwar durchaus Aufmerksamkeit in den sozialen Medien generieren und dort laut protestieren kann. Wenn es dann aber um tatsächlichen Verzicht geht, sieht die Sache anders aus. Viele sehen vor allem die von vornherein angesetzte Zeit von sieben Tagen als viel zu kurz an, um echten Druck auf Sony aufzubauen. Dass der Konzern etwas an seiner Strategie ändern wird, ist jetzt wohl noch unwahrscheinlicher als vor dem Boykott.