„Spieler zweiter Klasse“: PC-Spieler wütend über verzögerten „GTA 6“-Start

PC-Spieler müssen einmal mehr länger auf ein Videospiel warten, in diesem Fall auf das heiß ersehnte „GTA 6“. Die Erklärung des Entwicklers macht viele wütend.
„Spieler zweiter Klasse“: PC-Spieler wütend über verzögerten „GTA 6“-Start
Rockstar Games

„Grand Theft Auto VI“ – kurz „GTA 6“ – ist das wohl am meisten erwartete Videospiel 2026, wenn nicht sogar der vergangenen Jahre. Immerhin wurde der Start bereits mehrfach verschoben, was bei den einen den Frust, bei den anderen die Vorfreude gesteigert hat. Bereits seit Längerem ist klar, dass sich eine Gruppe sogar noch länger gedulden muss als bis zum ausgerufenen 19. November 2026: PC-Spielerinnen und -Spieler.

An diesem Tag erscheint „GTA 6“ nämlich zunächst nur für Konsolen, genauer gesagt für die PlayStation und die Xbox. Eine PC-Version wird zwar sehr wahrscheinlich irgendwann folgen. Offiziell angekündigt wurde diese allerdings bis heute nicht.

Das sagt der Take-Two-Chef zum PC-Start von „GTA 6“

Grundsätzlich ist es nicht verwunderlich, dass „GTA 6“ zuerst für Konsolen erscheint. Das steht in einer langen Tradition des Entwicklerstudios und war auch im Vorfeld von vielen bereits so erwartet worden. Das hat auch Strauss Zelnick, Chef von Publisher Take-Two, noch einmal im Interview mit „Bloomberg“ bekräftigt.

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Allerdings fühlen sich PC-Spielerinnen und -Spieler von dem Gesagten des CEOs dann offenbar doch vor den Kopf gestoßen. Zelnick erklärt nämlich im Interview: „Ich denke, bei einem Release dieser Größenordnung wird man vor allem daran gemessen, wie gut man sein Kernpublikum bedient. Und wenn dein Kernpublikum nicht dort ist oder du es nicht schaffst, sie als Erstes und am besten zu bedienen, dann wirst du auch anderswo keine Kunden ansprechen.“

Screenshot aus „GTA 6“ zeigt ein Boot voller Leute in dem Areal Leonida Keys
Rockstar Games

PC-Spieler reagieren wütend auf Zelnick-Aussage

Dass dem PC-Markt trotz stetig wachsender Zahlen nach wie vor eine so geringe Bedeutung beigemessen wird, stößt vielen sauer auf. Im Netz findet man zahlreiche Diskussionsbeiträge dazu. In diesen beschweren sich Spielerinnen und Spieler, die vor allem auf dem PC zocken, dass sie sich wie „Spieler zweiter Klasse“ fühlen würden. „Aber hinten raus ist unser Geld dann doch recht, um die Zahlen zu strecken“, moniert jemand.

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Ein Blick in die Zahlen von bisherigen „GTA“-Spielen zeigt zwar, dass ein Löwenanteil des Umsatzes tatsächlich über die Konsolen erwirtschaftet wird. Allerdings haben die Spielerinnen und Spieler online auch darauf eine Antwort: „Wenn Titel erst deutlich verzögert für den PC erscheinen und dann auch noch nicht richtig funktionieren, muss man sich nicht wundern.“

Der Kommentar bezieht sich vermutlich auf die bereits mehrfach fehlerhaft veröffentlichten Portierungen. Zudem finden einige den Verweis à la „Das haben wir immer schon so gemacht“ mindestens angreifbar. Vor allem „GTA 1“ wurde 1997 nämlich primär für den PC entwickelt.

Passend zum Thema: Kosten steigen immer weiter: „GTA 6“ wird wohl das teuerste Videospiel aller Zeiten

PC-Markt gewinnt in der Gaming-Branche wieder zunehmend an Bedeutung

War eine Zeit lang im Gaming vor allem mobile Hardware auf dem Vormarsch, so ist vor allem in der jüngsten Vergangenheit zu beobachten, dass der PC wieder an Bedeutung gewinnt. So sind die Konsumausgaben für Konsolen in den vergangenen fünf Jahren nur um gut zwei Prozent gestiegen, wobei das Wachstum vor allem auf Abo-Plattformdienste entfällt. Die Konsumausgaben im PC-Bereich sind hingegen um etwa 30 Prozent angestiegen und bewegen sich nun wieder auf demselben Niveau wie bei Konsolen.

Das ist nicht nur mit den generellen Preisentwicklungen im PC-Bereich zu erklären, denn auch Konsolen sind teilweise deutlich teurer geworden. Das ausschlaggebende Argument wird dabei von vielen im Bereich der Flexibilität gesehen, die durch das Austauschen einzelner Komponenten möglich ist.

Diese Entwicklung ist auch an Take-Two und Rockstar Games nicht vorbeigegangen. So erklärte Zelnick in seinem Interview, dass im Gegensatz zum Jahr 2007, in dem etwa bei dem Titel „NBA 2K“ der PC nur etwa für fünf Prozent der Verkäufe verantwortlich war, sich das inzwischen klar geändert habe. „Bei einem großen Titel kann der PC heutzutage 45 bis 50 Prozent der Verkäufe ausmachen.“

Screenshot aus „GTA 6“ zeigt zwei zwielichtige Männer in Port Gellhorn
Rockstar Games

Wann könnte „GTA 6“ für den PC kommen?

Das reicht offenbar trotzdem nicht aus, um von der bisherigen Strategie „Console first“ abzuweichen. Immerhin: Der Start auf der Konsole hat nichts mit einem teilweise vermuteten Exklusivdeal mit Sony zu tun. Nicht nur, dass „GTA 6“ im November definitiv auch auf die Xbox kommen soll. Zelnick hat den Gerüchten ebenfalls eine klare Absage erteilt.

Aber wann können PC-Spielerinnen und Spieler denn nun mit einem „GTA 6“-Release rechnen? Offiziell ist dazu nach wie vor nichts bekannt. Allerdings zeigt ein Blick auf bisherige Rockstar-Titel wie „Red Dead Redemption 2“ oder natürlich den Vorgänger „GTA 5“, dass damals ein bis zwei Jahre Wartezeit üblich waren. Viele drücken ihre Hoffnung aus, dass es in diesem Fall schneller geht, damit sie nicht bis Ende 2027 oder sogar bis ins Jahr 2028 warten müssen.