Auf kaum ein anderes Videospiel wartet die Branche so gespannt wie auf „Grand Theft Auto VI“, kurz „GTA 6“. Schon mehrfach wurde der Start verschoben, am 19. November 2026 (für PlayStation 5 und Xbox Series X/S) soll es allerdings endlich so weit sein, wie auch Entwicklerstudio Rockstar Games unlängst noch einmal betonte.
Doch die mehrfachen Verschiebungen haben nicht nur zur Folge, dass Fans lange warten müssen. Die verlängerte Entwicklungszeit lässt auch die Kosten für „GTA 6“ explodieren. Dass das AAA-Spiel teuer wird, war von Anfang an klar. Inzwischen zeichnet sich aber immer deutlicher ab, dass es sogar das teuerste Videospiel-Projekt aller Zeiten werden könnte. Das unterstreicht ein generelles Problem der Branche.
3 Milliarden Dollar Budget? Dokument offenbart immense Kosten für „GTA 6“
Neuen Informationen zufolge sollen die Kosten für die Gehälter bereits bei 2,1 Milliarden US-Dollar (USD) liegen. Bis November sollen die Gesamtkosten Einschätzungen zufolge dann sogar die Marke von 3 Milliarden USD knacken. Das geht aus einem Dokument von Rockstar North hervor, das für eine britische Behörde bestimmt sein soll. Ursprünglich waren „nur“ Kosten von etwa 2 Milliarden USD prognostiziert worden. Diesen Rahmen dürfte Rockstar also deutlich sprengen.
Damit bestätigt sich zudem, was vorher bereits vermutet wurde: „GTA 6“ wird das teuerste Videospiel aller Zeiten und zwar mit Abstand. Bislang steht dort vor allem Rockstars eigener Titel „Red Dead Redemption 2“ mit einem Budget von 400 bis 500 Millionen USD. Diese Summe würde das Studio also um ein Vielfaches überbieten.
Die enormen Kosten sind zu einem Großteil auf die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen. Denn während der extrem erfolgreiche Vorgänger „GTA 5“ mit vergleichsweise bescheidenen 1000 Beschäftigten innerhalb von fünf Jahren umgesetzt wurde, arbeiten an „GTA 6“ inzwischen mehr als 6000 Personen und das seit gut sieben Jahren.

Was der Erfolgsdruck für die gesamte Branche bedeutet
Die Erwartungen an das kommende Videospiel sind ohnehin schon riesig, zumal durchgesickerte Informationen zeigen, wie ambitioniert Rockstar das gesamte Projekt sieht und welche hohen technischen Standards dabei angesetzt werden. Diese Erwartungen bestehen also sowohl vonseiten der Fans, die seit Jahren auf das Spiel warten, als auch vonseiten des Unternehmens und der Investoren. „GTA 6“ muss ein Mega-Erfolg werden – um die eigenen Produktionskosten wieder hereinzuholen und zudem Geld für neue Projekte zu beschaffen.
Andere Studios sind an diesem Druck bereits gescheitert, was sich durch zahlreiche Umstrukturierungen und Schließungen in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Denn obwohl es der Branche an und für sich gut geht, kämpft sie noch mit den Nachwehen der Coronapandemie. Damals boomte der Videospiel-Sektor nämlich verständlicherweise, zahlreiche Investoren wollten mitverdienen. Das schraubte die Gewinnerwartungen in die Höhe, die nur teilweise erfüllt werden konnten. Dazu kommen der wachsende technische Anspruch und die auch deshalb steigenden Entwicklungszeiten, gerade im AAA-Bereich.
Müssen Spieler am Ende mehr Geld für „GTA 6“ bezahlen?
So kommt es, dass Spiele wie „GTA 6“ immer teurer werden und unter immer größerem Gewinndruck stehen. Die Folgen sieht man nicht nur bei kleineren Studios wie Piranha Bytes oder Free Radical Design. Auch große Namen bei Ubisoft, Sony und Microsoft sind betroffen. Wie viel Geld „Grand Theft Auto VI“ am Ende wieder in die Kassen spülen wird, muss sich zeigen.
Das wird nicht nur davon abhängen, wie viele Spielerinnen und Spieler sich den Titel tatsächlich kaufen, sondern auch davon, wie viel er kosten wird. Es sind bereits Preise um die 100 Euro im Gespräch. Das scheint angesichts des Entwicklungsaufwands und des prognostizierten Umfangs auch realistisch, würde aber das Durchbrechen einer weiteren Schallmauer in dem Sektor bedeuten. Denn bislang bleiben Spiele vor allem in ihren Standardversionen unter der 100-Euro-Schwelle.

