Im Kühlschrank werden verderbliche Lebensmittel gelagert, damit sie möglichst lange frisch bleiben. Unangenehme Gerüche oder sogar Gestank an diesem Lebensmittelhort sind also in mehrfacher Hinsicht eine unangenehme Sache. Im Netz stößt man in diesem Zusammenhang immer wieder auf den sogenannten Kartoffel-Trick. Dabei wird empfohlen, eine rohe, aufgeschnittene Kartoffel in den Kühlschrank zu legen, um frische Gerüche zu binden.
Schaut man sich die Inhaltsstoffe der Knolle an, dann ist diese Überlegung durchaus naheliegend. Allerdings raten Expertinnen und Experten dennoch davon ab, und zwar aus mehreren Gründen.
Kartoffeln können tatsächlich Gerüche binden
Schaut man sich die Kartoffel genauer an, dann macht der Trick aus rein theoretischer Sicht Sinn. Die fälschlicherweise oft als Gemüse bezeichnete Sprossknolle besteht nämlich zu einem wesentlichen Teil (bis zu 80 Prozent) aus Wasser. Die Hauptinhaltsstoffe der sogenannten Trockenmasse sind hingegen hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe, wie unter anderem das Bundeszentrum für Ernährung erklärt.
Durch den enorm hohen Wasseranteil kann die Kartoffel wasserlösliche Geruchskomponenten lösen. Deshalb wird auch empfohlen, die Kartoffel roh zu verwenden. Dazu kommt die poröse Struktur der Knolle, die es ermöglicht, dass flüchtige Geruchsaromen dort eindringen und sich dann in Wasser lösen“, wie Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft bei dem Online-Portal „myHomebook“ erklärt.
Kartoffel-Trick gegen Gestank im Kühlschrank ist reine Verschwendung
Unter bestimmten Bedingungen werden also tatsächlich entsprechende Geruchsstoffe aufgenommen, sodass es im Kühlschrank weniger stinkt. Allerdings riskiert man auch die Ausbreitung von Fäulniskeimen, da es sich um ein rohes Lebensmittel handelt, das vor allem aufgeschnitten schnell verdirbt.
Zudem ist die Wirkung einer einzelnen Kartoffel begrenzt, auch wenn man sie in Scheiben schneidet, um durch die größeren Oberflächen die Wirkung zu verbessern. Man braucht also eigentlich mehrere Kartoffeln, die man zudem regelmäßig austauschen müsste, damit der Trick wirklich etwas bringt. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern angesichts des hohen Wasserverbrauchs beim Anbau auch Verschwendung, da es deutlich effektivere Mittel gegen Gestank im Kühlschrank gibt.
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Typische Gründe für Gestank im Kühlschrank
Das Einzige, was langfristig gegen üble Gerüche im Kühlschrank hilft, ist, ihre Ursache zu finden und zu beseitigen. Im Prinzip gibt es drei Hauptgründe für den Gestank an diesem speziellen Ort:
- verdorbene Lebensmittel
- verdreckte (und gegebenenfalls sogar schimmlige Dichtungen)
- verstopfter Abfluss
In nahezu all diesen Fällen hilft eine gründliche Reinigung. Dafür schaltet man das Gerät aus, räumt es komplett leer und reinigt anschließend alle Ablagen, Fächer, Dichtungen etc. gründlich. Was sich herausnehmen lässt, sollte man entfernen und separat säubern. Den Abfluss findet man hingegen bei den allermeisten Modellen an der Rückwand in der Nähe des Gemüsefachs. Bei einer Reinigung sollte man auch das kleine Loch nicht übersehen und es gegebenenfalls mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Pfeifenbürste sauber machen.
Äußerer Gestank kann unter anderem mit der Kondensatwanne zu tun haben. In jedem Fall sollte man bei freistehenden Geräten die Flexibilität nutzen und den Kühlschrank vorsichtig und am besten nur nach dem Trennen des Stroms so verschieben, dass man das Gerät von allen Seiten begutachten kann.
Neben einer gründlichen Reinigung helfen zudem auch andere Hausmittel besser als Kartoffeln gegen Gerüche im Kühlschrank. So wirkt beispielsweise eine halbierte Zitrone mit eingesteckten Nelken antibakteriell, aber auch Backpulver oder Natron können helfen, wenn man sie in einem geöffneten Gefäß in den gekühlten Innenraum stellt. Darüber hinaus kann Salz helfen, Flüssigkeit zu binden und somit auch einige Gerüche zu verhindern.

