Um feine, gelbe Röhrenblüten sammeln sich schlanke, größere, weiße Blütenblätter – das Gänseblümchen ist eine der bekanntesten Blumen in unseren Breitengraden. Bei vielen gelten sie zudem als Frühlingsboten, die sich bereits ab März vorsichtig durch den Boden und Richtung Sonne schieben. Dabei hat die Wildpflanze maßgeblich von Menschen profitiert und ist vor allem in Kulturlandschaften zu finden.
Besonders gerne vermehrt sich das Gänseblümchen auf Garten- und Rasenflächen. Für viele ist das vor allem ein schöner Anblick: Ein satter grüner Rasen, gesprenkelt von weiß-gelben Farbtupfern, teilweise gibt es auch Varianten, die rot oder rosa blühen. Wer sich genauer mit den Pflanzen beschäftigt, merkt allerdings schnell, dass sie nicht nur schön aussehen, sondern auch ein Warnsignal für den Rasen sind, in dem sie wachsen.

Die Funktion als Zeigerpflanze für Bodenqualität
Grundsätzlich sind Gänseblümchen sehr anpassungsfähig und zeigen eine hohe Sensibilität gegenüber den verschiedensten Umweltveränderungen. Das macht sie zu hervorragenden Zeigerpflanzen, auch Indikatorenpflanzen genannt. Dabei handelt es sich unter anderem dem Branchenmagazin „Plantura“ zufolge um Wildpflanzen, deren Anwesenheit und Wachstum wichtige Rückschlüsse auf die Bodenqualität zulassen. Parameter dafür sind etwa der pH-Wert, die Wasserspeicherfähigkeit oder auch der Ton- und Sandgehalt.
So sind Brennnesseln etwa ein Hinweis darauf, dass der Boden viele Nährstoffe und vor allem Stickstoff enthält. Löwenzahn wiederum wächst bevorzugt in nährstoffreichen und schweren Böden. Dabei gilt, dass das vermehrte Aufkommen solcher Zeigerpflanzen wichtige Hinweise geben kann, allerdings keine umfangreiche Bodenanalyse ersetzt. Doch auf was weist denn nun das Gänseblümchen hin?

Das Gänseblümchen liefert als Zeigerpflanze wichtige Hinweise für Rasen
Grundsätzlich sind Gänseblümchen ein Hinweis darauf, dass der Boden mager, nährstoffarm und potenziell verdichtet ist. Darunter versteht man einen Boden mit reduzierten Hohlräumen, die es allerdings braucht, damit Luft und Wasser richtig zirkulieren können. Eine Verdichtung entsteht etwa durch äußeren Druck, wenn beispielsweise schwere Maschinen über eine Stelle gefahren sind. Das Umweltbundesamt schreibt dazu: „Die Folge sind verschlechterte Wuchsbedingungen für die Pflanzen und verminderte Erträge.“
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Dabei gilt generell, dass vereinzelte Gänseblümchen völlig normal sind. Aufmerksam sollte man nur werden, wenn sie sich auffällig im Rasen ausbreiten und dieser nicht ganz gesund aussieht sowie zunehmend freie Stellen aufweist, die dann von den Blumen aufgefüllt werden. Das bedeutet nicht, dass Gänseblümchen den Rasen vertreiben, wie man online an einigen Stellen lesen kann. Stattdessen springt die Pflanze quasi in die Bresche, die sich durch die Bodenbeschaffenheit auftut.

So bekommt man alten Rasen voller Gänseblümchen wieder schön
Wer beobachtet, dass der eigene Rasen schwächelt und dass vermehrt Gänseblümchen auftreten, der muss nicht direkt in Panik verfallen. Ja, die Pflanze zeigt auf, dass der Boden wahrscheinlich verdichtet und ein wenig nährstoffarm ist, was keine optimalen Rasenbedingungen sind. Allerdings kann man dagegen dann gezielt vorgehen, wenn man sein Gras pflegen möchte.
Für mehr Nährstoffe kann man etwa auf Dünger setzen, der Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält. Auch das Aussäen neuen Rasens ist in diesem Kontext wichtig, wobei man sich dann auf die Stellen konzentrieren sollte, an denen er Lücken aufweist. Genauso wichtig ist aber auch eine Auflockerung des Bodens, etwa mithilfe eines Vertikutierers. Regelmäßiges Mähen sorgt zudem für ausreichend Platz. Ein wenig von diesem Platz kann man im Übrigen ruhig auch weiterhin für Gänseblümchen reservieren. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern sind auch eine gute Anlaufstation für Bienen und andere Insekten.

