Rewe veröffentlicht dringenden Hinweis an Kunden - "Bilder der Schande"

Die Supermarktkette Rewe hat kürzlich ein wichtiges Statement veröffentlicht, welches sich an alle Kunden in Deutschland richtet.

04.12.2023, 14:00 Uhr
Rewe veröffentlicht dringenden Hinweis an Kunden - "Bilder der Schande"
Chris Redan/Shutterstock
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Jeder hat es schon mal bemerkt: Wer im Supermarkt oder Discounter durch die Regale stöbert, wundert sich oft über Artikel, die dort offensichtlich nicht hingehören. Falsch einsortiert vom Personal sind sie allerdings nicht. Vielmehr handelt es sich um Ware, die der Kunde während seines Einkaufs plötzlich nicht mehr haben will. Aber statt sie an die Stätte des Ursprungs zurückzulegen, werden die Artikel einfach aus dem Einkaufswagen im nächstmöglichen Regal deponiert. Das allein ist schon ein Unding, besonders der Belegschaft gegenüber, die zusätzlich Arbeit damit hat, diese Waren zurückzuräumen.  

Rewe verliert die Geduld und wendet sich an die Öffentlichkeit

Es geht allerdings noch bedeutend schlimmer. Oft werden Nahrungsmittel wie Joghurt, TK-Pizzen oder Frischkäse zwischen Konserven und Kosmetika entdeckt – und hier hört der Spaß auf. Tiefkühl-, oder Produkte aus der Frischetheke haben außerhalb ihrer Kühlkette zur Folge, dass sie nicht mehr verkauft werden dürfen und somit direkt im Müll landen. Auch an die Tafeln dürfen diese Produkte nicht mehr ausgegeben werden. Durch das Erwärmen sind dieses Waren einfach nicht mehr sicher, denn keiner weiß, wie lange schon solche Lebensmittel bereits zwischen ungekühlter Ware im Regal lagerte.

Änderung für das Mindesthaltbarkeitsdatum geplant Änderung für das Mindesthaltbarkeitsdatum geplant
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Produkte werden irgendwo im Rewe-Markt liegen gelassen

Das geht so weit, das auch an der Frischetheke eigens gewünschte, und vom Personal abgewogene Fleisch- und Käseprodukte achtlos „entsorgt“ werden. Beispielgebend kam jetzt dieser Hinweis von einem Rewe-Markt des bayrischen Ortes Bad Bocklet. Lukas Wahl, der Betreiber liefert auch gleich noch Beweisfotos für diese skandalöse und völlig überflüssige Lebensmittelverschwendung. Hier lag Frischkäse bei den Fertig-Tütensuppen und die frischen Kartoffelklöße landeten beim Brot. Auch Smoothies werden zum Müsli gestellt und die Tiefkühlpizza liegt auf, statt im Tiefkühlfach.

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Lukas Wahl nennt diese Vorgänge „Bilder der Schande“. Der achtlose Umgang mit Lebensmitteln ist hier nicht nur ein peinlicher Auswuchs der Überflussgesellschaft, sondern auch ein Schlag ins Gesicht derer, die weltweit Hunger leiden und sich wünschen würden, einmal einen gut gefüllten Supermarkt von innen zu sehen. Wahl, der mit seinem Rewe-Team eigentlich gute Einkaufsstimmung auf seinem Facebook-Account erzeugen möchte, hat zu Recht diese Missstände mit den Worten beschrieben: „Leider kommt es in den letzten Monaten vermehrt dazu, dass vereinzelte Kunden kühlpflichtige Artikel einfach unbedacht in ungekühlte Regale legen“, und weiter meint er: „Wahrscheinlich haben sie es sich anders überlegt und sind zu bequem, die Artikel wieder in die Kühlung zurückzuräumen.“

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Lukas Wahl

18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden weggeworfen

Bedenkt man die Tatsache, dass hier nur ein einzelner Geschäftsbetreiber ausformuliert, was garantiert kein Sonderfall im bayrischen Bad Bocklet ist, kann sich jeder ausmalen, wie groß die tatsächliche Verschwendung aus solchen Handlungen innerhalb aller Supermärkte und Discounter Deutschlands tatsächlich sein wird. 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr vernichtet. Das ist, laut der WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“ rund ein Drittel des Gesamt-Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Millionen Tonnen.

Rewe will der Verschwendung entgegenwirken

Bereits jetzt versuchen die Lebensmittelketten dieser Verschwendung entgegenzuwirken. Auch die Tafeln fahren regelmäßiger ihre Bezugsquellen an und andere Händler haben sich auf Obst und Gemüse spezialisiert, das den „Normalkunden“ nicht „gerade genug“ ist. Auch sogenannte „hässliche“ Äpfel und Birnen, die natürlich ebenso gut schmecken, sollen so vor dem Verderb gerettet werden. Am Schluss bleibt einfach nur festzustellen, dass die Menschen, die sich während des Einkaufs umbesinnen und verschiedene Waren doch nicht mehr haben wollen, sich einfach die kleine Zusatzmühe machen sollten und alles an den Ursprungsort zurücklegen – oder, wie es Lukas Wahl nun eingeführt hat, einfach bei der Kasse abgeben und sie so von den Mitarbeitern problemlos zurückgeräumt würden. „Wir räumen ihn dann auf und alles ist gut. Wegwerfen hilft niemandem!“