Mieter aufgepasst: Nebenkostenabrechnungen oft fehlerhaft

Um zu verhindern, dass man zu hohe Nebenkosten begleicht, sollte man die jährliche Abrechnung genau prüfen. Wie Experten erklären, sollten Mieter die Nebenkostenabrechnungen nicht direkt begleichen, denn viele sind fehlerhaft.

25.02.2024, 09:50 Uhr
Mieter aufgepasst: Nebenkostenabrechnungen oft fehlerhaft
Symbolbild © istockphoto/PeopleImages
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Mieter sollten Nebenkostenabrechnungen prüfen

Nicht nur bei der Energie oder beim Heizen können Verbraucher sparen. Experten haben nun eine Mitteilung veröffentlicht, nach der es heißt, dass Mieter dringend die Nebenkostenabrechnungen prüfen sollten. Denn die meisten der Abrechnungen sind fehlerhaft. Dabei geben sie auch Tipps, worauf bei der Prüfung zu achten ist.

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Ein solcher Fehler in der Abrechnung führt häufig zu überhöhten Nachzahlungen, heißt es. Die Plattform "Mineko" hat sich dem Thema der Mietnebenkosten angenommen und erschreckende Ergebnisse aufgezeigt. Dabei wurden von den Experten die durchschnittlichen Nebenkosten aus dem Jahr 2022 als Basis genutzt.

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Das Portal überprüfte die Abrechnungen durch 2.500 Vermieter-Vorabrechnungen. Die Nebenkosten für das Jahr 2022 seien um 120 Prozent, verglichen mit dem Jahr 2019, gestiegen. Dazu kommt, dass sich Heiz- und Warmwasserkosten ebenfalls erhöht haben. Diese stiegen laut den Berechnungen des Portals um bis zu 300 Prozent.

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Dramatisch hohe Fehlerquote

Laut den Experten seien von zehn Nebenkostenabrechnungen neun falsch. Deswegen würden Mieter aufgrund der fehlerhaften Nebenkostenabrechnungen im Durchschnitt 317 Euro zu viel bezahlen. Und das jedes Jahr! Wichtig zu wissen: Die Abrechnung für das vergangene Jahr muss im laufenden Jahr spätestens am 31. Dezember beim Mieter im Briefkasten sein.

Das bedeutet, dass die Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2023 spätestens am 31. Dezember 2024 eingegangen sein muss. Ist sie das nicht, so sind Mieter nicht mehr verpflichtet, die Kosten zu zahlen. Die Verbraucherzentrale rät ebenfalls dazu, dass Mieter ihre Nebenkostenabrechnungen auf Richtigkeit und Vollständigkeit prüfen.

So müssen diese neben den korrekten Adressdaten von Vermieter und Mieter auch das korrekte Objekt bezeichnen. Ebenfalls muss in der Abrechnung der korrekte Abrechnungszeitraum genannt sein. Die Nebenkostenaufschlüsselung muss für den Mieter zudem nachvollziehbar sein. Wurden Vorauszahlungen geleistet, müssen auch diese aufgeführt sein.

Professionelle Hilfe

Die Fehler in einer Nebenkostenabrechnung aufzuspüren, ist nicht immer einfach. Daher kann es ratsam sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. In vielen Regionen gibt es Mietervereine, welche bei der Prüfung behilflich sind. Wurden Fehler entdeckt, so müssen diese schriftlich dem Vermieter mitgeteilt werden.

Dazu haben Mieter ein Jahr Zeit. In strittigen Fällen raten Experten dazu, sich einen Anwalt zu nehmen. Dies sorgt dafür, dass man auf der sicheren Seite ist und auch seine eigenen Pflichten nicht übersieht.