Gesundheitskarte vor dem Aus: Das ändert sich ab 2024

Ab Januar 2024 wird es eine entscheidende Neuerung bei der Gesundheitskarte geben.

29.11.2023, 17:36 Uhr
Gesundheitskarte vor dem Aus: Das ändert sich ab 2024
IMAGO / photothek
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Die Krankenversicherungspflicht zwingt jeden Deutschen zu einer entsprechenden Versicherung. Angeboten werden dabei die gesetzlichen Krankenversicherungen, die den Anteil der Behandlungskosten tragen, die vom Gesetzgeber gefordert sind und zusätzlich die Privatversicherungen. Die bieten in der Regel mehr an Leistungen an, sind aber teilweise deutlich teurer, sodass sich meist nur Besserverdienende eine solche Versicherung leisten können. Bei beiden Varianten hat der Versicherte eine Gesundheitskarte dabei, die ihn als krankenversichert ausweist und von den einzelnen Versicherungen an ihre Mitglieder ausgegeben wird.

Ab Januar kommt die digitale „Gesundheits-ID“

Sie wurde erst im Jahr 2014 eingeführt und ersetzte die Krankenversichertenkarte, die bereits seit 1995 in Umlauf ist. Allerdings ist auch der Gesundheitskarte demnächst ein Ende beschert. Pünktlich zum Jahresbeginn am 1. Januar 2024 stellen nämlich alle Krankenkassen auf eine digitale Identität um. Das Ganze soll sich dann „Gesundheits-ID“ nennen und soll, so die Gematik, also die Gesellschaft für Telematik-Anwendungen der Gesundheitskarte, dem Versicherten den Zugang zu Online-Gesundheitsmaßnahmen ermöglichen, beziehungsweise erleichtern.

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So soll es zukünftig möglich sein, sich mit Smartphones zum Beispiel in eine App einzuloggen, die elektronische Rezepte ausgibt, um Medikamente zu bestellen oder gleich die gesamte Patientenakte digital zu transferieren. Das Ganze ähnelt dem Online-Banking, mit dem Unterschied, dass man hier sein Gesundheitsmanagement betreibt.

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IMAGO / Chris Emil Janßen

Was wird für die digitale Gesundheitskarte benötigt?

Auf der digitalen Identität sind dann, wie auf der Gesundheitskarte auch, alle persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Versicherung und die dazugehörige Krankenversicherungsnummer gespeichert. Um eine solche ID einzurichten, benötigt man ein NFC-fähiges Smartphone, die Versichertennummer seiner Krankenkasse und einen Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion. Zu der wiederum gehört ein sechsstelliger PIN, den man mit dem neuen Ausweis erhalten hat.

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Wer den nicht hat, oder nicht wieder findet, kann diese PIN auf einer Website des Innenministeriums zurücksetzen lassen und dann kostenfrei eine neue PIN beantragen. Diese Funktion ist bei allen Ausweisen möglich, die nach dem Jahr 2010 ausgegeben wurden. Die neue PIN erhält man danach mit der Post,  und gibt sie dann in die Ausweis-App ein, die man von allen App-Stores runterladen kann. Das funktioniert sowohl auf Android- als auch auf iOS-Smartphones völlig reibungslos. Danach kann man sich dann an seine Krankenkasse wenden, um die Gesundheits-ID zu erhalten. Dann bekommt man einen 6-stelligen Code, der dann nur noch in die App der Krankenkasse eingegeben werden muss und man ist verbunden mit seinen Gesundheits-Daten.

Wird die Gesundheitskarte komplett abgeschafft?

Ab dem Jahr 2026 komme dann weitere Funktionen dazu. Dann kann man sich komplett mit dieser App auf den Smartphones, beim Arzt oder Krankenhaus ausweisen und die Plastikkarte einfach zuhause lassen. Alle, die von der Technik momentan noch etwas abgeschreckt sind, können sich aber beruhigen. Diese Gesundheits-ID ist aktuell nur als Ergänzung der Gesundheitskarte geplant. Die wird weiterhin genauso funktionieren, wie es die Menschen gewohnt sind, denn ein vollständiger Umstieg auf das neu angedachte digitale System ist speziell für ältere Menschen sowieso nicht so ohne weiteres möglich.