Franz Beckenbauer ist tot: Was über seine Krankheitsgeschichte bekannt ist

Fußballlegende Franz Beckenbauer ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Was zur Todesursache und seiner Krankheitsgeschichte bekannt ist.

09.01.2024, 16:50 Uhr
Franz Beckenbauer ist tot: Was über seine Krankheitsgeschichte bekannt ist
IMAGO / Action Pictures
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„Kaiser“, Lichtgestalt, Kapitän, „Leitfigur“ – das sind nur einige der Attribute, die Franz Beckenbauer beschreiben. Im Alter von 78 Jahren stirbt mit ihm der größte deutsche Fußballspieler aller Zeiten. Ein Mann, dem absolut alles gelang, was man sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Bühne überhaupt erreichen kann. Er gab dem deutschen Fußball weltweit ein neues Gesicht, als er zur Kämpfernatur, für die die Deutschen in den 60ern und 70ern noch bekannt waren, noch eine spielerische Eleganz hinzufügte. Keiner hatte eine solche Übersicht über das Spiel und die Stärken seiner Teammitglieder.

Eine beeindruckende Karriere als Fußballlegende

So konnte er als Aktiver ein Spiel aus jeder Situation richtig dirigieren und anderen deutschen Legenden, wie zum Beispiel seinem Stürmer Gerd Müller die Bälle so zurechtlegen, das sie einfach in einen Treffer verwandelt wurden. Dasselbe tat er auch als „Regisseur“ im Jahr 1990. Da wurde er als Teamchef erneut Weltmeister. Zwischendurch spielte er mit Pele in einem legendären Team für „Cosmos New York“ und wurde danach sogar ein fünftes Mal Deutscher Meister, diesmal, während er für den HSV spielte.

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Seine Auszeichnungen, die er im Laufe seines Lebens erhielt, umfassen so ziemlich alles, was man als Sportler überhaupt erreichen kann. Seit einigen Jahren hatte er sich allerdings immer weiter zurückgezogen und lebte ein immer privateres Leben in seinem Haus, das im Kitzbüheler Kreis in Österreich liegt. Das lag auch an seinen zunehmenden gesundheitlichen Problemen, mit denen er immer wieder zu kämpfen hatte.

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IMAGO / Sven Simon

Franz Beckenbauer litt unter zahlreichen Erkrankungen

Bereits im Jahr 2022 berichtete er von einem Augeninfarkt, infolgedessen er auf dem rechten Auge nichts mehr sehen konnte. Dabei handelt es sich um einen Gefäßverschluss, der ähnlichen einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt für Langzeitschäden des betroffenen Gewebes sorgen kann. Herzprobleme hatte er ebenfalls und unterzog sich deshalb zwei Operationen, bei denen ihm mehrere Bypässe gelegt wurden. Ein Arzt sagte ihm vorher dazu: „Das hält das Herz nur noch ein halbes Jahr aus, dann bist du weg“.

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Auch die Parkinson-Erkrankung wurde für den „Kaiser“ irgendwann zum Thema. Er litt dabei an einer immer fortschreitenden Form der Demenz. Laut der Deutschen Parkinson-Gesellschaft kann es dabei zum „Einfrieren“ von Bewegungen, Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen, Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Demenz kommen. Franz Beckenbauer verstarb am Sonntag im Kreise seiner Familie. Die genaue Todesursache ist allerdings noch unklar.

IMAGO/Eventpress

Von seinen Fußball-Kollegen wurde Beckenbauer hochgelobt

Franz Beckenbauers Gesundheitszustand war auch einer der Gründe, weshalb seine Frau Heidi in seinem Namen ein Treffen der Weltmeister von 1990 im Sommer 2023 absagen musste. Dazu erklärte sie: „Franz kann aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei sein. Es wäre einfach zu viel für ihn.“ Lothar Matthäus bedauerte damals sein Fehlen sehr und erklärte Beckenbauers Funktion für die Mannschaft so: „Diesen einmaligen Zusammenhalt in dieser Mannschaft hat Franz Beckenbauer geschaffen. Kein anderer. Ihm haben wir alles zu verdanken!“

Nach alldem war Franz Beckenbauer aber auch ein sehr dankbarer Mensch. Zum Anlass seines 75. Geburtstag blickte er zufrieden auf sein Leben zurück und sagte: „Die Endlichkeit wird dir bewusst. Und das beschäftigt dich natürlich.“ Den Tod hätte er zwar vor Augen, aber er würde sich keinesfalls davor fürchten. „Warum soll ich mich über etwas aufregen, was ich eh nicht ändern kann? Ich weiß, dass es passieren wird. Man denkt im Alter nur häufiger daran als früher, als man noch jung war.“

Am Schluss erklärte der gläubige Katholik noch: „Das alles muss doch einen Sinn haben. […] Ich bedanke mich für das schöne Leben, das ich führen durfte. Da ist es schon angebracht, sich jeden Tag zu bedanken.“ Für Franz Beckenbauer, dem „Kaiser“, der großen Lichtgestalt des deutschen Fußballs, mag sein irdischer Weg ein Ende gefunden haben, aber er hat sich eingetragen in die Geschichte als ein Unsterblicher, in dessen Fußabdrücke wohl niemand mehr passen wird.