Tapetum lucidum: Warum man im Dunkeln nicht mit einer Taschenlampe ins Gras leuchten sollte

Wer den Strahl einer Taschenlampe im Dunkeln auf den Boden richtet, kann dabei leuchtende kleine Punkte entdecken. Was steckt dahinter und warum sollte man es lieber vermeiden?
Tapetum lucidum: Warum man im Dunkeln nicht mit einer Taschenlampe ins Gras leuchten sollte
iStock / Dmytro Skrypnykov

Als Tapetum cellulosum lucidum, kurz Tapetum lucidum bezeichnet man einen bestimmten Effekt, beziehungsweise eine reflektierende Schicht auf der Netzhaut vieler nachtaktiver Tiere. Diese Schicht ist dafür zuständig, Licht auch bei Dunkelheit optimal ausnutzen zu können. Das hat zum einen zur Folge, dass solche Tiere auch im Dunkeln gut sehen kann. Zum anderen bewirkt es eine Reflexion der Augen, die dann in der Dunkelheit regelrecht zu leuchten scheinen. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff Tapetum lucidum zu verstehen, der aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie „leuchtender Teppich“ bedeutet.

Auch interessant: Warum man Spinnen auf keinen Fall mit dem Staubsauger einsaugen sollte

Menschen verfügen nicht über dieses Tapetum lucidum, weil sie natürlicherweise am Tag bei hellem Sonnenschein am aktivsten sind. Bei zahlreichen Tieren wie den bereits erwähnten Katzen, aber auch bei Schafen, Rindern, Pferden und sogar bei Krokodilen ist es vorhanden, sodass der entsprechende Effekt zu beobachten ist. Mit diesem Wissen im Kopf sollten es zumindest empfindliche Personen vermeiden, bei Nacht mit der Taschenlampe ins Gras oder auch in anderen Dickicht zu leuchten.

Anzeige
Katzenaugen leuchten im Dunkeln
iStock / Todorean Gabriel

In der Dunkelheit zeigen sich nachtaktive Tiere auf eine ganz andere Art

Dort kann man nämlich je nach Wetter und Jahreszeit glimmende kleine Punkte erkennen. Diese sind auf das Tapetum lucidum zurückzuführen, das nicht nur bei der erwähnten Tieren zu finden ist, sondern auch bei Spinnen. Die kleinen Arachniden sind zwar bis auf einige Ausnahmen harmlos. Dennoch haben viele aufgrund evolutionärer Schutzmechanismen und erlerntem Verhalten Angst vor den Tieren.

Dementsprechend dürfte die Erkenntnis, dass die leuchtenden Punkte auf dem Gras kleine Spinnenaugen sind, für viele nicht angenehm sein. Für die Spinnen selbst bedeutet der Effekt im Übrigen einen entscheidenden Vorteil beim Jagen, da er verbesserte Sehfähigkeit im Dunkeln hervorbringt. In den sozialen Netzwerken ist in diesem Kontext auch von „Diamond Eyes“, also von Diamant-Augen, die Rede.

Anzeige

Zahlreiche Videos zeigen den Effekt im Dunkeln, wobei teilweise offenbart wird, dass dahinter keine winzigen Spinnen, sondern teilweise recht große Vertreterinnen ihrer Art stecken. Zwar haben nicht alle Spinnenarten ein Tapetum lucidum. In Deutschland kann man es aber beispielsweise bei der verbreiteten Gerandeten Jagdspinne, aber auch bei der bis zu vier Zentimeter großen Wolfsspinne finden.