4,70 Meter lang und 400 Kilogramm schwer: Das Rätsel um den toten Riesenhai in der Ostsee

Tagelang schwamm ein Riesenhai in der Ostsee vor der dänischen Küste. Jetzt ist das Tier verendet und wurde ans Ufer gespült. Forscher sprechen von einem einzigartigen Fund.
4,70 Meter lang und 400 Kilogramm schwer: Das Rätsel um den toten Riesenhai in der Ostsee
picture alliance

Der sogenannte Riesenhai (Cetorhinus maximus) wird seinem Namen absolut gerecht. Mit einer Länge von bis zu zehn Metern und einem möglichen Gewicht von vier Tonnen handelt es sich um die zweitgrößte bekannte Fischart überhaupt. Nur der Walhai wird noch größer. Das Exemplar, das in den vergangenen Tagen in der Ostsee aufgetaucht ist, war zwar „nur“ 4,70 Meter lang und etwa 400 Kilogramm schwer, damit aber immer noch äußerst beeindruckend.

Das Tier sorgte allerdings nicht nur wegen seiner Ausmaße für Aufsehen, sondern vor allem wegen seiner Seltenheit. Die Art gilt als stark gefährdet und kommt in vielen Meeresregionen so gut wie gar nicht mehr vor. Bei dem Exemplar handelte es sich um ein Weibchen, das offensichtlich auf Nahrungssuche vor der dänischen Küste bei Ålbæk war, bevor es nun tot ans Ufer geschwemmt wurde. Der Fall wirft einige Fragen auf.

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Haiart kommt in der Ostsee eigentlich nicht vor

Die wahrscheinlich größte Frage lautet, wie der Riesenhai überhaupt in die Ostsee gelangt ist. Die Haiart ist eigentlich im Nordatlantik heimisch und taucht deshalb abseits dessen auch eher in der Nordsee auf, wenn sie Planktonsammlungen folgen. Möglicherweise hat eine solche Spur das Tier auch in die Ostsee geführt, in der es sich aufgrund des geringeren Salzgehalts von Natur aus nicht besonders wohlfühlt.

Als weitere Erklärungsmöglichkeit führten Expertinnen und Experten schon früh die im Vergleich geringen Maße des Tieres an. Das deutet nämlich darauf hin, dass der Riesenhai noch recht jung und entsprechend weniger erfahren war.

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Toter Riesenhai wird in Dänemark an der Ostsee geborgen
Nordsoen Oceanarium

Woran ist der Riesenhai gestorben

Die zweite große Frage dreht sich wiederum um die Todesursache. Um diese Details zu klären, wird der tote Riesenhai von einem Team am Meeresmuseum Nordsoen Oceanarium untersucht. Die Obduktion am Mittwoch ergab vorläufig keine größeren Verletzungen. Den ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um ein gesundes Weibchen, das vermutlich zwischen zehn und 15 Jahren alt war. Die Tiere können bis zu 50 Jahre alt werden.

Zwar konnten im Darm des Tieres fünf Parasiten entdeckt werden, diese sind jedoch vermutlich nicht der Grund für den Tod des Riesenhais, bei denen es sich um robuste Fische handelt. Dennoch werden die Parasiten nun weiteren Tests unterzogen. Auch Nahrungsmangel wird als Todesursache ausgeschlossen. Entsprechend ist nach wie vor nicht bekannt, warum das Weibchen in der Ostsee gestorben ist.

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Seltener Fund gibt Forschern Rätsel auf

Der Fund sei „wirklich einzigartig“, betont unter anderem Kristina Ydesen, Chefbiologin am Oceanarium. Da die Art so selten ist und deshalb auch unter Artenschutz steht, bietet sich Forscherinnen und Forschern nicht oft die Gelegenheit auf eine Untersuchung. Und auch wenn die Tiere auf Menschen furchterregend wirken, sind sie im Übrigen nicht gefährlich.

Das liegt vor allem daran, dass sich der Riesenhai von Plankton ernährt. Da dieser aus winzigen Meerestieren besteht, ist der Hai also streng genommen kein Vegetarier. Aufgrund seiner friedlichen Filtermethode wird die Art aber mitunter auch scherzhaft als „Vegetarier“ bezeichnet. Darüber hinaus handelt es sich um friedliche und meist recht scheue Tiere.