Eigentlich ist die Nosferatu-Spinne („Zoropsis spinimana“) im Mittelmeerraum anzutreffen. Zunehmend wird sie allerdings auch in Deutschland gesichtet. Ursprünglich hat sich die Art entlang der Süd-Nord-Achse des Rheins und seiner Nebenarme ausgebreitet. Inzwischen wurde sie aber flächendeckend vom Allgäu bis nach Hamburg gesichtet.
Grund für die Ausbreitung sind vor allem veränderte klimatische Bedingungen. Ganz grundsätzlich ist die Spinne nicht gefährlich. Fühlt sie sich allerdings bedroht, beißt sie mitunter auch Menschen, was durch ihre die Haut durchdringenden Giftklauen möglich wird. Damit gehört sie zu den wenigen hiesigen Spinnenarten, die das können. Was sollte man im Falle eines Bisses tun und woran erkennt man die Spinne überhaupt?
An diesen Merkmalen kann man eine Nosferatu-Spinne erkennen
Ihren Namen verdankt die Spinne der Ähnlichkeit ihrer bräunlich-schwarzen Zeichnung auf dem Vorderleib mit dem Vampir aus dem Spielfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922). Daran kann man sie, vor allem in Kombination mit ihrer Größe, gut erkennen. Der Körper der Spinne misst bereits einen bis zwei Zentimeter, wobei die Weibchen etwas größer sind als die Männchen. Mit der Spannweite der Beine kann sie sogar eine Größe von bis zu fünf Zentimetern erreichen.
Damit ist der Achtbeiner größer als die meisten in Deutschland heimischen Hausspinnen und gut von diesen zu unterscheiden. Der Hinterleib hat vorne eine gelb-weißliche und hinten vor allem eine braune Färbung. Die Beine weisen zudem schwarze Ringe auf. Optisch erinnert die Nosferatu-Spinne damit auch an eine Wolfsspinne. Im Gegensatz zu dieser kann die „Zoropsis spinimana“ aber dank ihrer stark ausgeprägten Hafthaare auch an sehr glatten Oberflächen wie Glas entlang klettern.

Was sollte man tun, wenn man ein Exemplar sieht?
Sowohl Sichtungen als auch Bisse der Spinne sollten dem Naturschutzbund Deutschland gemeldet werden. Das ist für eine Übersicht der Entwicklung enorm wichtig. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es bereits jetzt deutlich mehr Exemplare in Deutschland gibt, als gesichtet und gemeldet werden – auch deshalb, weil viele die Spinnenart noch nicht kennen.
Wer eine Nosferatu-Spinne in der Natur sieht, sollte vorsichtig sein und Ruhe bewahren. Gleiches gilt für einen Fund in Innenräumen. Dabei empfiehlt es sich allerdings, die Tiere vorsichtig zu entfernen. Am besten funktioniert das mit einem Glas und einem Stück (stabilem) Papier, wie bei anderen Spinnen auch. Aufgrund der Bisskraft der Tiere sollte man dabei allerdings Handschuhe tragen.
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So sollte man auf den Biss einer Nosferatu-Spinne reagieren
Wie eingangs bereits erwähnt, beißt die Nosferatu-Spinne in der Regel nur, wenn sie sich bedroht und in die Enge getrieben fühlt. Ihr Gift ist für den Menschen weitestgehend ungefährlich, allerdings schmerzhaft. Die Intensität ist in etwa mit der eines Bienen-, in seltenen Fällen mit der eines Wespenstichs vergleichbar. Und ähnlich wie diese Insektenstiche kann das Spinnengift für Allergikerinnen und Allergiker durchaus zum Problem werden.
Wer von einer Nosferatu-Spinne gebissen wird, sollte das Exemplar nach Möglichkeit fangen. Sollte dann aufgrund einer allergischen Reaktion eine Behandlung nötig werden, kann das wichtig werden. Allerdings sollte das in den meisten Fällen nicht nötig sein. Grundsätzlich sollte man die Rötung beobachten, die aber nach einigen Stunden wieder verschwinden dürfte. Bei einer großflächigen Rötung und anderen Symptomen wie Schwindel, Atemnot und Kreislaufproblemen gilt es allerdings möglichst zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

