Der Hund gilt gemeinhin als der beste Freund des Menschen. Deshalb ist es aus Sicht einiger Kulturen nur schwer vorstellbar, dass die Tiere in manchen Ländern wie Indonesien, Nigeria oder Indien nach wie vor auf der Speisekarte landen. Das bekannteste Beispiel ist allerdings China, auch wenn der Konsum zurückgeht – und in diesem Land ereignete sich nun ein Fall, der international für Aufmerksamkeit sorgte.
Dabei geht es um den bekannten, 8-jährigen Border Collie Chutou. Zusammen mit seinem Herrchen, dem Reiseblogger Guo, reiste das Tier um die Welt. Guo postete viel über die gemeinsamen Abenteuer, sodass Chutou inzwischen 1,5 Millionen Followerinnen und Follower hat. Diese nahmen nun Anteil am Schicksal des Tieres, das im Mai erst gestohlen und dann offenbar an ein Restaurant verkauft und dort geschlachtet wurde.
Chutou wurde von zwei Männern trotz Halsband entführt
Das Ganze ereignete sich im Mai, als Guo einen Solo-Trip nach Georgien unternahm. Chutou blieb hingegen auf der Farm von Guos Eltern in der zentralchinesischen Provinz Henan. Dort hatte das Tier bereits viel Zeit in seinem Leben verbracht und verdankt der Feldarbeit der Familie auch seinen Namen. Chutou bedeutet nämlich so viel wie Hacke.
Am 11. Mai wurde der Reiseblogger dann aber von seinem Vater informiert, dass der Border Collie nicht mehr auffindbar sei. Die Familie hat allerdings Überwachungskameras auf ihren Feldern, die anschließend überprüft wurden.
Auf dem Material war deutlich zu sehen, dass das Tier nicht etwa entlaufen oder verunglückt war. Stattdessen zeigen die Videos zwei Männer, die sich auf einem Elektroroller dem Border Collie nähern, ihn packen und mit ihm davonfahren.

Rettung für Influencer-Hund kam zu spät
Guo unterbrach seine Reise in Georgien sofort und kehrte nach Hause zurück, um den Entführern seines Hundes nachzuspüren. Offenbar wurde er auch innerhalb von zwei Wochen fündig – allerdings nicht schnell genug. Wie der „Stern“ berichtet, bot der Reiseblogger den Entführern 10.000 Yuan an, wenn diese ihm Chutou wieder aushändigten. Umgerechnet entspricht das in etwa 1.300 Euro.
Die beiden Männer hatten den Hund allerdings für den deutlich geringeren Preis von 23 Euro bereits weiterverkauft, ausgerechnet an ein Restaurant, das auf Hundefleisch spezialisiert ist. Henan ist eine der wenigen Regionen in China, in denen noch Hunde gegessen werden. Eine Anfrage an das Restaurant ergab, dass Chutou bereits geschlachtet und den Gästen serviert wurde.
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Wie bemisst sich der Wert eines Hundes?
Die Entführer sollen Medienberichten zufolge angegeben haben, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe. Allerdings trug der Border Collie sowohl ein Halsband als auch einen Tracker und war dementsprechend klar als Tier mit einem Halter gekennzeichnet. Um eine geahndete Straftat könnte es sich nach chinesischem Recht dennoch nicht handeln.
Denn in Henan wird Diebstahl erst ab einem Schaden von 2.000 Yuan (umgerechnet etwa 260 Euro) bestraft, wie unter anderem die „Bild“ berichtet. Das entspricht wiederum genau der Summe, die Guo damals für das Tier bezahlt hat, als er es einem Straßenhändler abkaufte.

Debatte um den Verzehr von Hundefleisch in China
Dennoch hat der Reiseblogger inzwischen Anzeige erstattet. Nun geht es vor allem darum, nachzuweisen, dass der Hund mehr wert war als die angegebene Summe. Hier könnten die zahlreichen Followerinnen und Follower in den sozialen Netzwerken möglicherweise als Grund angeführt werden. Vor allem auf der chinesischen Plattform Douyin war das Duo bekannt.
Sollte Guo recht bekommen, drohen den Entführern Gefängnisstrafen. Der Fall hat neue Bewegung in die Diskussion um den Verzehr von Haustierfleisch in China gebracht. Zwar wird auch dort inzwischen in den allermeisten Regionen kein Hundefleisch mehr gegessen. Die Schutzmaßnahmen sind Tierschutzorganisationen wie „Humane World for Animals“ allerdings immer noch viel zu lasch.
In einigen Regionen werden nach wie vor regelmäßig Hunde und Katzen geschlachtet und gegessen. So findet etwa in Yulin nach wie vor das Hundefleisch-Festival statt, bei dem seit 2009 jährlich in großem Stil tausende Hunde und auch einige Katzen geschlachtet werden. Zwar wurde inzwischen ein Verbot erlassen, das jedoch nachweislich nicht eingehalten wird.

