Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Kanada und Mexiko steht unmittelbar bevor, in vier Jahren soll das sportliche Mega-Event dann in Marokko, Portugal und Spanien stattfinden. Das Turnier ist eines der größten Events im Spitzensport auf der ganzen Welt. Entsprechend groß sind auch die Erwartungen an die Gastgeberländer sowie deren eigene Ambitionen.
Nun schlagen allerdings diverse Tierschutzorganisationen mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Marokko Alarm. Während es etwa bei der zurückliegenden WM 2022 in Katar vor allem um Menschenrechtsverletzungen ging, steht nun eine andere Gruppe im Fokus: Straßentiere. Diese werden nämlich offenbar reihenweise für ein „sauberes“ Stadtbild getötet – trotz gegenteiliger Zusicherungen.
Millionen Straßentiere sollen für Fußball-WM getötet werden
Bereits 2025 berichteten erste Tierschutzverbände und Medien darüber, dass es in Marokko zu massiven Tötungsaktionen gegen Straßentiere gekommen sein soll. Dabei geht es vorrangig um Hunde, teilweise aber auch um Katzen und andere Tiere. Berechnungen zufolge könnten vor der Fußball-WM 2030 bis zu drei Millionen streunende Hunde getötet werden.
Medien berichten in diesem Zusammenhang davon, dass die Tiere erschlagen, vergiftet, erschossen und verbrannt würden. Tierschutzorganisationen wie PETA appellieren deshalb an die FIFA, „sich gegen das von Marokko geplante Töten von Straßenhunden und für eine tierfreundliche Lösung einzusetzen“. Doch wie könnte das aussehen?

Kastrationsprogramme sind langfristig sinnvoller und vermeiden Tierleid
Streunende Hunde sind schon lange ein Problem in Marokko, wie auch in vielen anderen Ländern. Als Überträger von Krankheiten wie unter anderem der Tollwut stellen sie auch ein Gesundheitsrisiko dar. Immer wieder werden Menschen zudem von den Tieren gebissen. Etwa in Rumänien hat sich aufgrund ähnlicher Probleme eine lukrative „Catch-&-Kill-Industrie“ gebildet.
Dort zahlt der Staat nämlich für das Fangen und Töten von Straßentieren. Einige private Unternehmen haben sich entsprechend darauf spezialisiert; sie werden pro Tier bezahlt. Vor allem angesichts anderer Möglichkeiten kritisiert der Tierschutz solche Praktiken schon lange.
Insbesondere groß angelegte Kastrationsprogramme haben schon in diversen europäischen Ländern Erfolg gehabt. Noch sei genug Zeit bis zur Fußball-WM, um entsprechend zu reagieren, zumal solche großen Tötungsaktionen nicht nur grausam, sondern auch sinnlos wären, wie die Eurogroup for Animals mahnt.
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Tierschutz fordert FIFA vor Fußball-WM zu Gegenmaßnahmen auf
Der Effekt bei solchen Aktionen sei „maximal ein kurzfristiger“, erklärt Luca Secker, Fachreferentin für Auslandstierschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Neue Hunde nehmen die Plätze der getöteten Tiere ein, weil Hunde aus angrenzenden Gebieten einwandern und mehr Jungtiere überleben, die den frei gewordenen Lebensraum und Ressourcen wie Futter nutzen können.“
Darüber hinaus hat sich Marokko dem Tierschutz verpflichtet; das war auch ein wichtiges Versprechen bei der Bewerbung als Gastgeberland für die Fußball-WM der Männer. Aus Sicht des Tierschutzes wird dieses Versprechen allerdings nicht eingehalten. Nun richten sich auch Forderungen an die FIFA sowie große Sponsoren der Weltmeisterschaft, das Land zur Rechenschaft zu ziehen.

