Eine Katze gegen Doomscrolling: Internet feiert ungewöhnliches Plug-in „Cat Gatekeeper“

Die Bildschirmzeit steigt, die Laune sinkt: Doomscrolling ist für viele zum Alltag geworden. Das neue Plug-in „Cat Gatekeeper“ will auf ungewöhnliche Weise Abhilfe schaffen.
Eine Katze gegen Doomscrolling: Internet feiert ungewöhnliches Plug-in „Cat Gatekeeper“
iStock / Arnaud_Martinez

Katzenbesitzerinnen und -besitzer kennen das „Problem“ vermutlich, wenn sich die Samtpfoten plötzlich vor dem eigenen Bildschirm breitmachen. Videos der Vierbeiner, die Tastaturen besetzen oder die Sicht auf den Monitor oder das Smartphone-Display versperren, sorgen regelmäßig im Netz für Erheiterung. Doch ist das überhaupt ein Problem oder verordnen einem die Tiere damit nicht eine teilweise dringend benötigte Zwangspause vom Bildschirm?

Das hat sich wohl auch der japanische Entwickler @konekone2026 gedacht und ein Plug-in für Google Chrome entwickelt. Dieses trägt den Namen „Cat Gatekeeper“, was bereits recht präzise beschreibt, was man am Ende bekommt: Eine Katze, die die eigene Bildschirmzeit kontrolliert. Das Netz feiert die Erfindung, wobei neben Kommentaren wie „Ich liebe es“ vor allem viele hervorheben, wie dringend sie eine solche Erweiterung brauchen würden.

Doomscrolling ist für viele ein großes Problem

Denn viele kennen dieses Gefühl: Nur noch ein Video, nur noch ein Artikel, nur noch ein Wischer oder Klick. Wenn man erst einmal am Rechner oder vor allem am Smartphone sitzt, verfliegt die Zeit plötzlich rasend schnell. Und auch wenn man weiß, dass Pausen wichtig sind und man die Zeit, die man auf Bildschirme starrt, möglichst begrenzen sollte, fällt das den meisten doch recht schwer.

Anzeige

Schon länger hat sich dafür der Begriff des „Doomscrolling (oder auch „Doomsurfing“) entwickelt. Das beschreibt das exzessive und fast schon zwanghafte Scrollen durch den eigenen Feed. Obwohl dadurch oft negative Gefühle bei den Nutzerinnen und Nutzern erzeugt werden, ist es für viele schwierig, ihr Endgerät einfach wegzulegen.

Genau dabei soll das Plug-in „Cat Gatekeeper“ ansetzen. Nach der Installation kann man sich selbst Pausenzeiten einrichten. Doch statt eines Alarms oder einer gängigen Sperre erscheint erst ein Zeithinweis und dann eine etwas behäbige orangefarbene Katze.

Anzeige

„Cat Gatekeeper“ verordnet niedliche Zwangspausen von Social Media

Diese Katze lässt sich anschließend gemütlich auf dem Bildschirm nieder und macht weiteres Scrollen für einige Minuten unmöglich – auch diesen Zeitraum kann man vorab einstellen. Andere Inhalte wie E-Mails werden hingegen nicht verdeckt. Angaben des Entwicklers zufolge sammelt „Cat Gatekeeper“ zudem keine Nutzerdaten, nachdem man das kostenlose Plug-in installiert hat. Dafür geht man wie folgt vor:

  • Plug-in über den Chrome Web Store aufrufen
  • Anschließend auf „Hinzufügen“ klicken

Vermutlich, weil es sich um ein neues Plug-in handelt, taucht aktuell noch der Hinweis auf, dass das erweiterte Safe Browsing die Anwendung als nicht vertrauenswürdig einstuft. Neue Erweiterungen benötigen Zeit, um beim Safe Browsing als vertrauenswürdig eingestuft zu werden, bei dem recht strenge Maßstäbe gelten.

Die Beschreibung des Plug-ins „Cat Gatekeeper“ ist speziell auf Social Media ausgerichtet und funktionierte im ersten Schritt nur bei YouTube, TikTok, Instagram und X. Inzwischen wurden Bluesky, Facebook, Reddit und Threads. Theoretisch könnte es zukünftig aber auch jede digitale Anwendung auf diese Weise kontrollieren und zu Pausen vom Bildschirm zwingen.

Anwendungen wie „Cat Gatekeeper“ erfreuen sich zunehmender Beliebtheit

Deutschland liegt im Vergleich der durchschnittlichen Bildschirmzeit recht weit vorne. Besonders alarmierend werden dabei die Zahlen der Jugendlichen bewertet, die auch ohne berufsbezogene Technik-Nutzung laut OECD-Studie aus dem Jahr 2025 etwa 48 Stunden pro Woche vor Displays verbringen. Das sind pro Tag fast sieben Stunden. Ein wesentlicher Teil dieser Zeit entfällt auf Social Media, weshalb etwa in den USA bereits Klagen gegen die großen Tech-Konzerne dahinter laufen.

Lösungen wie nun das „Cat Gatekeeper“-Plug-in gibt es inzwischen viele. So existieren inzwischen diverse Erweiterungen und Apps, die die Bildschirmzeit aktiv begrenzen sollen. Eine besonders radikale Methode stellt auch ein sogenannter Phone Jail, also ein Handy-Knast, dar. Dabei wird das Gerät in eine verriegelte Box gelegt, die sich erst nach Ablauf eines Timers wieder öffnet.