Bislang war es bei WhatsApp nur über Telefonnummern möglich, andere Personen zu kontaktieren. Das ändert der Messenger nun allerdings und führt Benutzernamen ein. Nutzerinnen und Nutzer können sich bereits einen Namen reservieren, unter dem sie dann künftig ebenfalls gefunden und kontaktiert werden können. Es gibt allerdings Bedenken und ein Land hat bereits angekündigt, die Funktion komplett zu verbieten.
Benutzernamen sollen eigentlich die Sicherheit erhöhen
Grundsätzlich bieten Benutzernamen bei WhatsApp einige Vorteile. Dazu gehört etwa, dass Telefonnummern künftig privat bleiben können. Wer mit jemandem bei WhatsApp kommunizieren möchte, muss nicht mehr seine private Nummer angeben oder sich extra eine berufliche Nummer zulegen.
Da die Benutzernamen übergreifend für die Meta-Plattformen funktionieren, gibt es zudem einen gewissen Wiedererkennungswert, was es beispielsweise einfacher macht, mit Bekannten von früher in Kontakt zu treten, deren Nummer man etwa nicht mehr hat.
Sicherheitsexpertinnen und -experten befürchten allerdings unter anderem Probleme mit Identitätsdiebstahl. Zwar hat WhatsApp von vornherein zahlreiche Namen vor allem prominenter Persönlichkeiten reserviert; Gleiches gilt für Namen, die bereits auf anderen Meta-Plattformen zum Einsatz kommen.

Experten warnen vor Betrug und Identitätsdiebstahl
Für andere Social-Media-Plattformen gilt das allerdings nicht. Und so war in der Woche nach Freischaltung der Reservierung zu beobachten, dass zahlreiche Nutzernamen bekannter Persönlichkeiten von X und anderen Anbietern direkt vergriffen waren. Auffällig oft waren dabei Namen aus Kryptowährungskreisen betroffen.
Die Befürchtung ist nun, dass im Namen dieser Expertinnen und Experten Betrugsversuche auf WhatsApp durchgeführt werden. Diese Sorge äußerte unter anderem Changpeng Zhao, Gründer der bekannten Kryptobörse Binance, der offenbar betroffen ist. Denkbar wären verschiedene Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle ihre Opfer im Namen einer bekannten Branchenpersönlichkeit kontaktieren.
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Indien fordert eine Untersuchung der WhatsApp-Benutzernamen
Unter anderem aufgrund dieser Sicherheitsbedenken hat Indien als erstes Land Maßnahmen gegen den Rollout der WhatsApp-Benutzernamen eingeleitet. Das ist auch deshalb bitter für den Messenger, weil es sich mit mehr als 800 Millionen Nutzerinnen und Nutzern um den größten Markt für den Dienst handelt. Das indische IT-Ministerium hat Meta nun um eine Pausierung gebeten; man wolle die Funktion und die eventuellen Sicherheitsrisiken erst einmal prüfen.
Dabei wurden die indischen Behörden recht deutlich. Meta sei in der Erklärungspflicht, warum es ohne rechtliche Konsequenzen ein Feature einführe, „das vielleicht die Zahl der Cyber-Verbrechen erhöht“. Meta verwies diesbezüglich bislang vor allem auf den Schutz bekannter Namen. Ausgerechnet in Indien hat dieser aber offenbar schon mehrfach nicht funktioniert. Wie mit Nutzernamen anderer Plattformen umgegangen werden soll, blieb zudem bislang unkommentiert.

